(redaktion) Medienkompetenz gilt unterdessen als eine entscheidende Voraussetzung für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe. Die besten Orte, um die Kompetenz frühzeitig zu erlangen sind Kindergarten und Schule. Tatsächlich aber steckt diese Disziplin noch immer in den Kinderschuhen. Wie also lässt sich auf den unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems eine moderne Lern- und Lehrkultur etablieren? Das ist eine der Fragestellungen, die die Initiative D21 auf ihrem diesjährigen Jahreskongress aufgreift, der morgen in Berlin stattfindet. Hauptrednerin des Kongresses ist Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan.
Auf dem Kongress, zu dem rund 800 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft erwartet werden, wird es unter anderem darum gehen, welche Konzepte noch benötigt werden, um den Anforderungen des Informationszeitalters gerecht zu werden. Außerdem wird die grundlegende Frage gestellt, wie die neuen Medien überhaupt dazu beitragen können, Bildungserfolge zu erzielen.
Deutschland ist auch nach Auskunft der letzten PISA-Studie von 2006 immer noch das Land, in dem der Computer in der Schule am seltensten zum Einsatz kommt (Deutschland 31 Prozent im Vergleich zum OECD-Durchschnitt von 56 Prozent). Zwar lassen sich Zuwächse in der schulischen Computernutzung feststellen, sie bleiben jedoch hinter dem durchschnittlichen Zuwachs in der OECD zurück. "Wieder ist Deutschland dasjenige OECD-Land, in dem der Computer am seltensten als Lernwerkzeug im Unterricht eingesetzt wird", heißt es in der Studie.
Den Anschluss an aktuelle Entwicklungen in der Welt der neuen Medien dürfen unsere Schulen aber nicht weiter verpassen: Zeitgemäße Konzepte für ein Lehren und Lernen unabhängig von Ort und Zeit sind zu entwickeln und müssen nachhaltig zum Einsatz kommen. Schnittmengen mit aktuellen schulischen Reformtendenzen (Stichworte: "Ganztagsschule","Eigenverantwortliche Schule", "Stärkung der regionalen Verantwortung bei der Gestaltung von Bildungslandschaften") sind dabei zu berücksichtigen und zu nutzen.
Diesen komplexen Neuerungen und anspruchsvollen Herausforderungen in der Lehrerbildung und Schulentwicklung vor Ort stellt sich die Initiative D21 e.V., Europas größte Partnerschaft von Politik und Wirtschaft für die Informationsgesellschaft, mit dem Exzellenzprojekt "Die besten Lehrkräfte für Deutschlands Schulen der Zukunft!".
Im Rahmen dieses Projekts hat die Initiative D21 unter anderem in Zusammenarbeit mit den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hessen und Sachsen in drei speziellen Workshops ausgewählte Referendarinnen und Referendare, die bereits über erste Erfahrungen bei der schulischen Nutzung von neuen Medien verfügten, weiter qualifiziert.
Im Fokus des Workshops Nord standen die Entwicklung einer digitalen Lernkultur, die Stärkung des schülerzentrierten Unterrichts und das Erreichen fachspezifischer Lernziele. Im Rahmen der Teamaufgaben entwarfen die Referendarinnen und Referendare Entwicklungskonzepte für verschiedene Kompetenzbereiche, die methodisch-didaktische Ansätze zum Umgang mit dem Web 2.0 und seinen Applikationen im Unterricht vorstellten.
Auf der Themenliste des Workshops Mitte standen die Entwicklung einer digitalen Lernkultur, die Stärkung des schülerzentrierten Unterrichts und das Erreichen fachspezifischer Lernziele. Im Rahmen der Teamaufgaben entwarfen die Referendarinnen und Referendare Entwicklungskonzepte für verschiedene Kompetenzbereiche, die methodisch-didaktische Ansätze zum Umgang mit dem Web 2.0 und seinen Applikationen im Unterricht vorstellten.
Die Fachtagung "Tandem" schließlich war gerichtet an Schulleitungen und Junglehrkräfte, die sich im "Tandem" mit dem bevorstehenden tiefgreifenden Wechsel in der Lehrkräftestruktur befassten. In den nächsten Jahren werden annähernd 45 Prozent der amtierenden Lehrkräfte pensioniert. Deutschlands Schulen können und müssen im Zuge dieses Prozesses ihre Profile weiterentwickeln und an die gesellschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen des 21. Jahrhunderts anpassen. Im Mittelpunkt der Tagung stehen deshalb erfahrene Mitglieder der Schulleitung im Zusammenspiel mit jungen, ambitionierten Lehrerinnen und Lehrern: Sie erarbeiteten in Abstimmung mit den länderspezifischen Bildungsinstitutionen gemeinsam zukunftsfähige Konzepte und Modelle unter Berücksichtung digitaler Technologien. Im Generationsmix (Tandem) etablieren sie Portfolios für ihre "Eigenverantwortliche Schule", um im Wettbewerb der regionalen Bildungsangebote erfolgreich bestehen zu können.
Die Ergebnisse aus den Workshops zeigen durchweg: Junge Lehrende sind davon überzeugt, dass die neuen Medien in den Unterricht voll integriert werden müssen, um für Schüler und Eltern als Lehrende und pädagogische "Wissensmanager" in der Informationsgesellschaft glaubwürdig zu bleiben. Morgen wird der D21 Kongress dann Deutschlands beste Medienpraktiker unter den Lehrkräften auszeichnen.