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Mehr Verantwortung der Kommunen für schulische Bildung

Gemeinsame Stellungnahme des Deutschen Bauernverbands und des Deutschen Landkreistages

Mehr zu: Bildungschancen, Bildungswesen, Deutschland, Schulentwicklung, Statistik, Weiterbildung, Sonderthemen, Schule
26.11.2008 -

(redaktion/PM) Mehr kommunale Verantwortung im Bildungsbereich forderten gestern der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Landkreistag (DLT) in einer gemeinsamen öffentlichen Veranstaltung. DBV-Präsident Gerd Sonnleitner und DLT-Präsident Landrat Hans Jörg Duppré betonten, dass es von außerordentlicher Bedeutung sei, für eine attraktive Bildungslandschaft im ländlichen Raum zu sorgen. Bildung sei mehr denn je ein echter Standortfaktor, der über die Ansiedlung von Unternehmen und den Zuzug von Familien in eine Region entscheide. Das Land habe vielfältige Bildungschancen, die genutzt werden müssten.

Zukunftssicherung im ländlichen Raum sei allerdings nur dann möglich, wenn es gelänge, ein ausreichendes und vielgestaltiges, für alle Schüler gut erreichbares Netz an allgemeinbildenden Schulen, Förderschulen, berufsbildenden Schulen und Weiterbildungseinrichtungen vorzuhalten.

Sonnleitner betonte, dass "die Zukunft der ländlichen Räume mit der Ausbildung und Qualifikation seiner Bewohner steht und fällt." Er forderte Bund und Länder auf, gleiche Bildungschancen und eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Dazu müsse man auch höhere Bildungsausgaben pro Einwohner akzeptieren. Es sei "eine Wahnvorstellung, dass die Zukunft allein in den Metropolen liege", so Sonnleitner. Allein in Deutschland lebten rund 68 Prozent der Bevölkerung in ländlichen Regionen. Sie müssten dieselben Bildungschancen haben wie Stadtbewohner. Dazu gehöre auch, Verkehrsinfrastrukturen in den entlegenen Regionen sicherzustellen und Kommunikationssysteme sowie Medien flächendeckend bereitzustellen. So sei die Bundesregierung gefordert, die Breitbandinfrastruktur auch auf dem Lande konsequent weiter auszubauen, um Bildung und Arbeitsplätze auf dem Lande zu erhalten und neu zu schaffen.

Duppré forderte mehr kommunale Verantwortung im Bildungsbereich: "Alle Staaten, die bei PISA und anderen Untersuchungen gut abgeschnitten haben, setzen auf eine kommunale Verantwortung für schulische Bildung. Zentrale Erfolgsprinzipien sind dabei die kommunale Verankerung der Schulen, die Übertragung der Umsetzungsverantwortung von zentraler auf die örtliche Ebene sowie die Ermöglichung einer individuellen Förderung für jeden Schüler." Die Einrichtung kommunaler Bildungslandschaften unter Federführung der Landkreise ermögliche es, die Qualität von Bildungsangeboten sowie die Durchlässigkeit innerhalb des Bildungssystems zu gewährleisten und zu verbessern. "Dadurch wird Chancengerechtigkeit für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im ländlichen Raum im Vergleich zu Ballungsgebieten erreicht."

Gerade in den von demografischer Entwicklung und Globalisierung besonders betroffenen ländlichen Gebieten müsse ein gut erreichbares Bildungsangebot auch bei veränderten Rahmenbedingungen langfristig gesichert werden und weiterhin im Vordergrund der Entwicklung stehen. "Dies gilt auch dann, wenn dadurch kleinere Klassen- bzw. Gruppengrößen in den Schulen entstehen. Nur so ist es möglich, die Innovations- und Zukunftsfähigkeit sowie das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Potenzial der ländlichen Räume zu heben", verdeutlichten Sonnleitner und Duppré gemeinsam.

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