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Hauptschüler lernen an der Uni

Große Erfolge der Sommerakademie an der Leuphana Universität Lüneburg

Mehr zu: Berufseinstieg, Deutschland, Förderunterricht, Hauptschule, Stiftungen, Schule
15.12.2008 -

(redaktion/idw) Die jährliche Sommerakademie für Hauptschüler an der Leuphana Universität Lüneburg trägt Früchte: Das Institut für Schul- und Hochschulforschung hat in einer Langzeitevaluation untersucht, wie sich der weitere Bildungsweg für die teilnehmenden Schüler gestaltet. Das Ergebnis: 93 Prozent haben inzwischen die 9. Klasse erfolgreich absolviert. Ihre Lesefertigkeiten konnten die Teilnehmer der Sommerakademie innerhalb von drei Wochen um ganze zwei Schuljahre steigern.

"Mit dieser Quote liegen wir weit über dem bundesweiten Durchschnitt", betont Prof. Dr. Kurt Czerwenka, Leiter des Instituts für Schul- und Hochschulforschung der Leuphana Universität Lüneburg. Im Rahmen der Sommerakademie betreuen pädagogische Fachkräfte und Studierende die Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse. Gefördert wird das Projekt von der Bundesagentur für Arbeit und der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

"Die Teilnahme an der Sommerakademie gab den Hauptschülern entscheidende Impulse für eine Fortsetzung des Bildungsprozesses und damit den erfolgreichen Einstieg in die Berufswelt", so Czerwenka. 61 Prozent der Teilnehmer besuchen heute sogar die 10. Klasse, 16 Prozent lernen an Berufsbildenden Schulen und 13 Prozent haben einen Ausbildungsplatz erlangt.

Anfragen aus anderen Bundesländern

Das Modell der Leuphana Sommerakademie, bei dem bereits 122 Hauptschüler qualifiziert wurden, könnte sogar bundesweit Schule machen: "Aufgrund des Erfolges bekamen wir Anfragen aus vielen anderen Bundesländern. Derzeit führen wir bereits Gespräche mit weiteren potenziellen Sponsoren und Kooperationspartnern", so Czerwenka.

Kostensparend

Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, hatte schon zum Start der neuartigen Qualifizierungsmaßnahme die Unterstützung seines Hauses versprochen. "Die jetzt vorliegenden Ergebnisse der Evaluation zeigen uns, dass wir mit dem Modell der Leuphana Sommerakademie auf einem richtigen Weg sind", sagte Weise. "Wir werden auch künftig die frühzeitige Förderung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern unterstützen, um ihnen so bessere Möglichkeiten für den Eintritt in das Erwerbsleben zu verschaffen. Die Mittel, die wir für solche zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen einsetzen, machen nur einen Bruchteil der Kosten aus, die entstehen würden, wenn den Jugendlichen ein Berufseinstieg nicht gelänge."

Keine "Ohrfeige" für bestehendes Schulsystem

Holm Keller, hauptamtlicher Vizepräsident und Kanzler der Leuphana, betont, dass die Erfolge der Sommerakademien nicht als "Ohrfeige" für das bestehende Schulsystem gesehen werden könnten: "Ich bin mir mit Professor Czerwenka darin einig, dass die Bedingungen, unter denen unser Angebot realisiert werden konnte, heute von Schulen nicht hergestellt werden können. Wir sehen es aber als eine Aufgabe unserer Universität an, unserer gesellschaftlichen Verpflichtung gerecht zu werden, indem wir zukunftsweisende Ansätze entwickeln und fördern, die in den kommenden Jahren dazu beitragen werden, drohende soziale und wirtschaftliche Probleme abzuwenden."

Auch der Projekt-Förderer Gemeinnützige Hertie-Stiftung ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Der Vorstands-vorsitzende Dr. Michael Endres: "Uns geht es vor allem um jene Schüler, die mit einem Hauptschulabschluss in die Ausbildung gehen. Mit unserem Wettbewerb "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen", möchten wir Schulen bei der Qualifizierung ihrer Schüler für die Ausbildungsreife unterstützen. Die Leuphana Sommerakademien haben Modellcharakter für innovativen Unterricht und sind daher eine sehr gute Ergänzung."

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