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Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung

Jakob Muth-Preis für inklusive Schule

Mehr zu: Deutschland, Förderschule, Handikap, Inklusion, Integration, Migration, Stiftungen, Wettbewerbe, Schule
15.01.2009 -

(redaktion/idw) Unter dem Motto "Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung" zeichnet der "Jakob Muth-Preis für inklusive Schule" in diesem Jahr erst­malig Schulen aus, die behinderte und nicht behinderte Kinder vorbildlich zusammen unterrichten. Bewerben kann sich bis zum 13. März jede Schule, die den Weg zur inklusiven Schule beschreitet - unabhängig von Schulform oder Trägerschaft. Die drei ersten Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert und werden am 31. August 2009 feier­lich verliehen. Projektträger sind die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, die Bertelsmann Stiftung und die Deutsche UNESCO-Kommission.

Sackgasse Förderschule

Der Namensgeber des bundesweiten Preises, der Bochumer Professor Jakob Muth (1927-93), hatte sich intensiv für eine gemeinsame Erziehung behinderter und nicht be­hinderter Kinder eingesetzt. In Deutschland gibt es zurzeit rund 500.000 Schülerinnen und Schüler, denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf zugesprochen wird - unter ihnen viele Kinder mit Migrationshintergrund. Rund 85 Prozent dieser Kinder werden an Förderschulen unterrichtet, die sich häufig als Sackgasse für ihre weitere Entwicklung erweisen: Die Abgänger erhalten keinen qualifizierenden Schulabschluss und eine lang­fristige gesellschaftliche Teilhabe wird ihnen wesentlich erschwert.

UN-Behindertenrechtskonvention für inklusive Schule

"Alle Kinder sollten faire Chancen haben, ihre Potenziale voll zu entfalten - egal ob mit oder ohne Behinderung", fordert Karin Evers- Meyer. "Wenn behinderte Kinder inklusiv - d.h. gemeinsam mit nicht behinderten Kindern - unterrichtet werden, sind die Bildungs­chancen deutlich größer, als wenn sie nur mit anderen behinderten Kindern zusammen sind. Von einem gemeinsamen Unterricht mit individueller Förderung profitieren am Ende alle Kinder." Die , die in Deutschland kürzlich ratifiziert wurde, gebe Hoffnung, dass sich Veränderungen hin zu einer Schule für alle ergeben werden: Sie verpflichtet auch Deutschland, schulische Bildung möglichst inklu­siv zu gestalten.

"Viele Staaten beweisen, dass alle Kinder erfolgreich gemeinsam unterrichtet werden können. Wir sind überzeugt, dass auch die Schulen in Deutschland noch besser mit der Vielfalt umgehen und ihre Schüler individueller fördern können", betont Dr. Jörg Dräger, zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung für Bildungs- und Integrations­projekte.

Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, unter­streicht: "Inklusive Bildung weltweit ist ein wichtiges Ziel der UNESCO. Auf der UNESCO-Weltkonferenz der Bildungsminister im November 2008 war man sich einig, dass das Ziel einer hochwertigen Bildung für alle Kinder weltweit nur dann erreicht wer­den kann, wenn Schulen sich flexibel an den Bedürfnissen aller Schüler orientieren. Diese Idee soll der Jakob Muth-Preis in Deutschland weiter voranbringen."

Eine Jury wird am 23. Juni 2009 über die Gewinner entscheiden. Bewerben kann sich jede Schule, die sich auf dem Weg zur inklusiven Schule befindet: ob Förder- oder Re­gelschule, Grundschule oder Sekundarstufe I, Schule in öffentlicher oder privater Trä­gerschaft.

Das Bewerbungsformular, die Auswahlkriterien sowie weitere Informationen zum Preis im Internet unter www.jakobmuthpreis.de.

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