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"Nach Noten entscheiden reicht nicht"

Iglu-Chef Bos zum Berliner Streit um den Zugang zum Gymnasium

Mehr zu: Berlin, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Gymnasium, IGLU-Studie, Schulstruktur, Übertritt, Schule
18.02.2009 -

(redaktion/ots) - In der Diskussion um den Zugang zu Berliner Gymnasien warnt der Chef der nationalen Grundschulstudie Iglu, Wilfried Bos, vor einem Numerus Clausus. "Einfach nach Noten zu entscheiden ist unzureichend", sagte Bos dem "Tagesspiegel" von heute.

Noten seien nur dann aussagekräftig, wenn man sie an fest definierte Leistungsstandards koppele. Schüler könnten bei gleichen Notenstufen völlig unterschiedliche Kompetenzen haben. Aus vielen Untersuchungen sei zudem bekannt, dass in die Noten unbewusst auch einfließe, aus welchem Elternhaus die Schüler kommen und wie sie sich dem Lehrer gegenüber verhalten.

Bos plädierte dafür, möglichst viele Kriterien in die Übergangsentscheidung einfließen zu lassen. Lehrer sollten mit den Eltern über einen längeren Zeitraum die Leistungsentwicklungen der Kinder und die Erwartungen an die Schullaufbahn diskutieren. Bos sprach sich dagegen aus, das Probehalbjahr zu verlängern, wie in der Diskussion bereits gefordert wurde: "Man müsste eigentlich schon nach einigen Wochen sehen, ob ein Schüler die Schule wechseln sollte. Nach einem halben Jahr haben sich bereits Freundschaften gebildet, die Schüler werden aus einem festen sozialen Zusammenhang rausgerissen." Es sei Schülern nicht zuzumuten, sie nach ein oder zwei Jahren wieder aus dem Gymnasium abzuschulen, wie es bisher oft geschehe.

Berlins Bildungssenator will im Rahmen der Schulreform den Zugang zum Gymnasium beschränken. Im Gespräch ist angeblich ein Notenschnitt von 2,0 in den Hauptfächern.

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