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Artikel | Bilder

Bildungsbranche setzt auf Impulse durch Konjunkturpaket

Verbände zählen auf die Entscheider

Mehr zu: Ausstattung, Bildungsausgaben, Konjunkturpaket, Statistik, Unterrichtsversorgung, Schule
20.02.2009 -

(redaktion) Als Herzstück des zweiten Konjunkturpakets, das heute vom Bundesrat verabschiedet wurde, gilt der sogenannte Investitionspakt mit einem Umfang von rund 17 Milliarden Euro für die Sanierung von Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Straßen oder Schienen. bildungsklick hat die Geschäftsführer der beiden Bildungsverbände, Andreas Baer vom VdS Bildungsmedien und Reinhard Koslitz vom Didacta Verband, um eine kurze Stellungnahme zu den vorgesehenen Bildungsinvestitionen gebeten.

Die führenden Bildungsverbände haben heute gemeinsam davor gewarnt, in dem Konjunkturprogramm für den Bildungsbereich lediglich Investitionen für Baumaßnahmen vorzusehen. Ist diese Forderung angekommen und sehen Sie Chancen für die Umsetzung Ihres Appells?

Andreas Baer: "Das hoffen wir sehr und davon gehen wir auch aus. Wer eine Bildungs- und Modernisierungsoffensive wirklich will, der kommt nicht daran vorbei, auch substanziell in die Neuausstattung mit Bildungsmedien - also in die Bildungsinhalte - zu investieren. Wir denken, dass die Länder - Ministerpräsidenten und Kultusministerien - sehr wohl in die inhaltliche Ausstattung von Schule investieren müssen, wenn sie denn für Qualitätssteigerungen im System Schule sorgen wollen."

Reinhard Koslitz, Geschäftsführer des didacta Verbandes. Foto: bikl.de
Reinhard Koslitz, Geschäftsführer des didacta Verbandes. Foto: bikl.de

Reinhard Koslitz: "Der Didacta Verband e.V. / Verband der Bildungswirtschaft hat schon auf der Messe in Hannover die anwesenden Politiker darauf hingewiesen, dass die Mittel auch für die Verbesserung der Ausstattungen von Bildungseinrichtungen herangezogen werden sollen. Eine Verbesserung der Qualität erfolgt nur über eine bessere Ausstattung. Natürlich sind wir auch für die bauliche Instandsetzung. Durch diese zusätzlichen Mittel des Staates werden die Träger aber oft in der Lage sein aus den vorhandenen Etats Mittel für Geräte, Einrichtungsgegenstände und Hard- und Software zu investieren. Es ist eine gute Gelegenheit, Anschaffungsversäumnisse der letzten Jahre aufzuholen. Wir setzen auf die Entscheider die Mittel "richtig" einzusetzen. Unsere Kinder werden es ihnen danken. Moderner Unterricht ist Voraussetzung für nachhaltig gute Bildung. Dazu gehören auch modernste Geräte, Bücher und elektronische Medien."

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Albert Reinhardt, am 22.02.2009, 19:05

Sehr geehrte Damen und Herrn!

In jeder intakten Familie stehen die Kinder und Jugendlichen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Den hier ausgeführten Vorschlägen liegt die These zugrunde, dass dies in einer intakten Gesellschaft nicht anders sein kann.

Die stabile emotionale Bindung zu den Eltern ist wesentliche Voraussetzung für die Orientierungsfähigkeit der Jugendlichen bei der Expansion in die „Welt da draußen“.

Um Jugendlichen eine gelingende Integration in die Gesellschaft auf säkularer Ebene zu erleichtern, sollten für den Bereich der Schule die gleichen Leitsätze und Prinzipien gelten wie für Eltern.

„Zwei Dinge sollen Kinder

von ihren Eltern bekommen:

Wurzeln und Flügel.“

J. W. von Goethe

Wäre es möglich, dass die Integration der Schüler in die Schule deshalb so schwierig geworden ist, weil die Verantwortlichen bisher zu einseitig ihre Aufgabe darin gesehen haben, Schüler nur in die Schule und nicht zugleich in die Gesellschaft zu integrieren!?

Durch die zunehmende Komplexität unserer Gesellschaft, wird das „Wissensmanagement“, als Transformationsprozess zwischen den Generationen zunehmend schwieriger. Wenn damit zugleich die „Reibungsverluste“, auf Seiten der Schüler wie auch der Lehrer immer stärker werden, lähmt dies nicht nur die Entwicklung unserer Gesellschaft, sie verliert auf Dauer immer mehr ihrer Bindekraft und Integrationsfähigkeit.

Um dieser negativen Entwicklungstendenz entgegenzuwirken sollten Verwaltungen und ihre politische Administration nicht weiterhin über die Bürger hinweg regieren.

Ein „ermöglichender Staat“ schafft Strukturen, innerhalb derer gerade den jugendlichen Nachwuchs-Bürgern das Heft der Mitgestaltung und des politischen Handelns zugetraut und anvertraut wird.

„Das (Konjunktur-)Programm als Bildungsinvestition – nichts würde sich besser verzinsen!“

Zu diesem Schluss kommt der Reformpädagoge Otto Herz in seinem Artikel aus dem Vorwärts vom 2/2009. 1*)

Genau in diese Richtung weist das Konzept zu KiSS.

(KiSS = Klimaschutz integriertes Schul-Sanierungsprogramm)

1. Aufgaben- und Handlungsrahmen:

Vernetzung und Kooperation mit Hilfe von Fachhochschulen und Universitäten zur Unterstützung der Entwicklung und Durchführung CO2-reduzierender Maßnahmen an Schulen und öffentlichen Einrichtungen.

Entwicklung neuer Organisationsformen durch die Verzahnung verschiedener, erprobter Förderprogramme und Modelle mit dem Ziel einer synergetischen Optimierung.

Schulqualität und nachhaltige Entwicklung

Öko-Audit nach EMAS (II)

www.bmu.de/wirtschaft_u...mas/doc/20119.php

EMAS an Schulen

www.umweltschulen.de/audit/oekoaudit.html

Träger / Kontakt

Europäische Kommission / Europäisches Parlament und EU-Rat

Net: www.europa.eu.int/comm/...nt/emas/index.htm

Mögliche Programme und Organisationsformen, die sich systematisch aufeinander beziehen lassen.

Aufbau einer Internetplattform als interaktiver Netzstruktur zum Dialog zwischen Schülern und Parteien, nach dem Konzept von PSI-21.

[Politik-Schule-Internet im 21sten Jahrhundert]

www.gattel-stiftung.de/de/042_psi-21.html

2. Strukturbildung und Institutionalisierung:

Verstetigung kommunaler und zivilgesellschaftlicher Organisationsstrukturen zur dauerhaften Verbesserung der Kooperationsfähigkeit, Partizipation und (Eigen-)Verantwortung von Jugendlichen und Bürgern. Gezielter Aufbau von Bürgerstiftungen, auch mit staatlichem „Seed Capital“, in sozialen Rand-Bezirken.

www.gattel-stiftung.de/...tel-stiftung.html

3. Denkbare Akteure des Kooperationsprojektes

Berliner Schulen

(Schüler, Lehrer, Rektoren und Eltern)

Vernetzung und Austausch z.B. mit Hilfe eines „KiSS-Atlas“

siehe unter. www.kiezatlas.de/

Berliner Bezirke/ Schulverwaltung

Planungsbüros

Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen

Referat Kommunikation, Medien, Kulturwirtschaft

Geschäftsstelle Projekt Zukunft

Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Forum E-Education

Hochschulen in Berlin

Fachhochschulen in Berlin

Vereine und NGOs

(…)

Barak Obamas Stabschef im Weißen Haus, Rahm Emanuel, gab kürzlich die Parole aus, keine Krise dürfe ungenutzt verstreichen.

Denn Krisen schaffen nicht nur Probleme sondern auch die idealen Voraussetzungen für Veränderungen, die vorher nicht denkbar schienen.

Leider ist noch unklar , ob die Maßnahmen des Konjunkturpaket-II kompatibel mit EMAS sind und

wenn dies nicht der Fall wäre, ob dieser Fehler noch behoben werden könnte!

Albert Reinhardt

PSI-21 / Gattel-Stiftung i.G.

www.psi-21.de

www.gattel-stiftung.de

1*) 02/2009 Vorwärts

SCHULEN, LASST DIE SONNE REIN!

Otto Herz, Reformpädagoge

Die Bundesrepublik ist in vielerlei Weise

eine Oase. Dennoch gibt es auch hier Ver-

wahrlosungszentren. Eine Blamage für

eines der reichsten Länder dieser Erde.

Wenn das Konjunkturprogramm zur

Überwindung der Blamagen beiträgt, ist

das mehr als überfällig. Kindergärten,

Schulen, Hochschulen, „Bildungs“-Stätten

zählen oft zu den Orten äußerer Verwahr-

losung. Weil äußere Verwahrlosung

mit innerer korrespondiert, werden aus

Schandflecken Beschädigungssümpfe.

Wenn das Konjunkturprogramm nach-

haltig der Bildung zugute kommen soll,

darf es nicht nur um technische Erneue-

rungen gehen. Das Investitionsprogramm

muss ein Lernprogramm werden, in das

Kinder, Jugendliche, Eltern, die Pädagogen

aktiv einbezogen werden. Kinder entde-

cken als Energiedetektive, wo Energie ver-

schleudert wird. Im Physikunterricht wer-

den Nachhaltigkeitsbilanzen erarbeitet.

Der Technikkurs arbeitet mit Solarfirmen

zusammen: „Lasst die Sonne rein“. Das

Programm als Bildungsinvestition –

nichts würde sich besser verzinsen.


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