(redaktion/ots) - Der Bielefelder Schulforscher Klaus-Jürgen Tillmann hat jetzt den Vorstoß von Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) kritisiert, Ingenieure als Aushilfslehrer einzusetzen. "Das ist kein Rezept für den Umgang mit dem Lehrermangel in Deutschland", sagte Tillmann in einem Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post.
Die Vorstellung, wer im Berufsleben erfolgreich sei, werde auch unterrichten können, sei abwegig, so Tillmann. Unterrichten müsse man lernen, darum sollten nur Menschen vor die Klasse treten, die Inhalte didaktisch aufbereiten können.
Statt populistische Schnellschüsse abzugeben, solle die Politik lieber langfristig planen, sagte er. Zwar ließe sich die reguläre Lehrerausbildung durchaus verbessern, doch sei das kein Argument dafür, Laien in der Schule einzusetzen. "Es käme doch auch niemand auf die Idee, Defiziten in der Ausbildung von Kfz-Mechanikern dadurch zu begegnen, dass man Autoreparaturen künftig von Kellnern machen lässt", so Tillmann.