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Besser unterrichten mit Handy?

Idee aus dem CeBIT-Innovationslabor des Hasso-Plattner-Instituts

Mehr zu: CeBIT, Deutschland, Forschung, Schulstress, Unterrichtsgestaltung, Schule, Sonderthemen
07.03.2009 -

(redaktion/idw) Auf der CeBIT hat das gemeinsame Innovationslabor der beiden Hasso-Plattner-Institute aus Potsdam und Palo Alto (Kalifornien) Ideen entwickelt, wie Handys sinnvoll in den Schulunterricht eingebunden werden können. Schüler sollen mit ihren Mobiltelefonen den Lehrern sofort signalisieren können, wie gut der vermittelte Unterrichtsstoff bei ihnen ankommt. "Dann können die Lehrer auf ihrem eigenen Handy- Display unmittelbar erkennen, wie sie auf das anonym übermittelte Stimmungsbild reagieren müssen", erläuterte Prof. Ulrich Weinberg am Samstagmorgen auf der CeBIT.

Weinberg ist Leiter der School of Design Thinking am Potsdamer Hasso- Plattner-Institut. Nach seinen Worten könnten für verschiedene Lern- Typen zudem passende Unterrichtsmaterialien bereitgestellt werden, etwa ein unterhaltsames Handy-Quiz. Das CeBIT-Innovationslabor schlug ferner vor, per Handy gedrehte Schüler-Videos auch für Projekte im Verbund mit ausländischen Klassen einzusetzen. "Damit kann zum Beispiel der Fremdsprachen-Unterricht anschaulicher und spannender gestaltet werden", sagte Weinberg. Sein deutsch-kalifornisches Team kreativer Querdenker erfindet an jedem Messetag innerhalb von 24 Stunden innovative Lösungen, die "IT menschlicher machen" - so der Anspruch.

Am Freitag hatten die übers Internet vernetzten Studenten aus Deutschland und Kalifornien auf der CeBIT die Idee kleiner, handlicher Strom-Messer entwickelt, die als Adapter zwischen die einzelnen Elektrogeräte im Haushalt und das Stromnetz geschaltet werden. "Die Einzeldaten des Nutzers sollen elektronisch zusammengeführt und in der Summe auf einer Anzeigetafel gezeigt werden, die bei hohem Gesamtverbrauch des Haushalts eine grelle Farbe annimmt. Bei niedrigem Verbrauch leuchtet die Anzeige grün", berichtete Weinberg. Der Verbrauch könne auch über einen lokalen Internetanschluss an einen zentralen Server übermittelt werden, ergänzte der Wissenschaftler. Für den Verbraucher seien somit Energieverbrauchs-Auswertungen und -Vergleiche möglich. Energieversorgungsunternehmen sollten die Kunden vor allem durch Rückzahlungen und Gutschriften für sparsames Verhalten belohnen, meinten die kreativen Querdenker aus Potsdam und Palo Alto.

Zuvor hatte der Ideen-Frischdienst aus Halle 9 der CeBIT (Stand A01) innerhalb von 24 Stunden für den Bereich IT-Sicherheit das Konzept eines "Virtual Identity Reports" entwickelt. Dieser per Post oder E-Mail versandte Bericht soll jedem Internetnutzer einen Überblick darüber verschaffen, welche privaten Daten derzeit von ihm im Internet verfügbar sind. "Die befragten Nutzer in Deutschland und Kalifornien haben uns in diesem Zusammenhang auf die Idee eines elektronischen 'Radiergummi'-Service gebracht, der unerwünschte private Daten im Internet leicht löschen kann", erläuterte Weinberg am Donnerstag. Ob und wie ein solches elektronisches Radiergummi für Internetdaten technisch zu realisieren wäre, müsse in einem zweiten Schritt überprüft werden.

Am Mittwoch hatte das interkontinentale Innovationslabor der beiden HPIs eine Idee präsentiert, die helfen soll, den Stress bei Berufstätigen der "Websociety" abzubauen, die "always on" sind. Die Software, die auf mobilen Geräten zu installieren ist, würde alle Kommunikationskontakte des Nutzers bildlich anzeigen, also mit den Fotos der Kontaktpersonen. "Auf dem Bildschirm kann dann auf einen Blick das Verhältnis von beruflicher und privater Kommunikation dargestellt werden, so dass man an der Ausgewogenheit von Berufs- und Privatleben gezielt arbeiten kann", sagte Weinberg.

Die Studierenden der Potsdamer Innovationsschule am Hasso-Plattner- Institut für Softwaresystemtechnik hatten von Dienstag an am Abend eines jeden CeBIT-Tages ihre zusammen mit den Besuchern in Hannover erarbeiten Lösungsansätze in einer Live-Videokonferenz mit ihren Kommilitonen am Hasso Plattner Institute of Design at Stanford im kalifornischen Palo Alto (Silicon Valley) besprochen. Dort wurden die frischen Ideen über Nacht geprüft, bearbeitet und angereichert. Beflügelt von dem Input aus Kalifornien und nach ein paar Überarbeitungen kamen die kreativen Querdenker aus Potsdam dann jeweils am nächsten Morgen im CeBIT-Innovationslabor innerhalb der selbst gesetzten 24-Stundenfrist zu dem gefundenen neuen Lösungsansatz.

Seit Samstagmorgen tüfteln die jungen kreativen Querdenker aus Potsdam und Palo Alto an innovativen E-Government-Lösungen zur Stärkung des Bürgers. Die jungen IT-Innovatoren arbeiten unter Beteiligung des CeBIT-Publikums und von Internetnutzern () an der Lösung des Problems "Wie könnten wir mit IT den Bürgern helfen, erfolgreicher im Umgang mit Behörden zu sein? Nachmittags um 15:30 Uhr werden die am Tag erarbeiteten innovativen Ansätze im "Future Parc" der CeBIT (Halle 9, A54) zusammen mit dem CeBIT-Publikum getestet.

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