Lehrerausbildung nicht mehr nach Schularten trennen
Empfehlungen des Wissenschaftlich-Technischen Beirats der bayerischen Staatsregierung
Mehr zu: Bayern, Frühkindliche Bildung, Lehrerbildung, Studienwahl, Kindergarten / Vorschule, Hochschule, Schule(redaktion) Eine grundlegende Reform der Lehrerausbildung in Bayern hat der Wissenschaftlich-Technische Beirat der bayerischen Staatsregierung (WTB) gefordert. Gestern hat das Gremium unter dem Vorsitz von Unternehmensberater Herbert Henzler einen Bericht zur Bildungssituation im Freistaat vorgelegt und vor allem Änderungen in der frühkindlichen Bildung und in der Lehrerausbildung sowie ein Qualitätsprogramm für Bayerns Schulen vorgeschlagen.
Der Bericht plädiert für ein Auswahlverfahren potenzieller Lehrer bereits vor Studienbeginn sowie für eine obligatorische Studienberatung. Insbesondere für Frauen spiele die Vereinbarkeit von halbtägiger Anwesenheit in der Schule, nachmittäglicher "Heimarbeit" und Kindererziehung eine große Rolle, dabei sei vor allem in sozialen Berufen, so auch bei Lehrern, die "Berufung" als innere Einstellung zur Tätigkeit entscheidend für den späteren Erfolg und die persönliche berufliche Zufriedenheit.
Das Gremium schlägt außerdem vor "die bisher praktizierte strikte Schulartentrennung im Rahmen des Lehramtsstudiums durch eine flexiblere Handhabung zu ersetzen." Diese Maßnahme sollte unverzüglich von einer unabhängigen Expertengruppe untersucht werden. "Dies impliziert auch die praktische Lehrerausbildung, die nicht schulartenspezifisch konzentriert werden muss, im Gegenteil: Für angehende Gymnasiallehrer sind praktische Lehrerfahrungen an einer Haupt- oder Realschule von besonderem Wert. Im Vordergrund dieser praktischen Schulung und Erfahrung stehen die elementaren "pädagogischen Themen", diese sind meistens übergreifend und nicht schulartentypisch", heißt es in dem Bericht.
Die Grünen haben nun eine Beratung im Bildungsausschuss gefordert. "Die Kommission hat unmissverständlich aufgezeigt, dass die bayerische Bildungspolitik in zentralen Punkten Reformbedarf hat", sagte der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. Jetzt dürfe das Kultusministerium nicht einfach zur Tagesordnung übergehen: "Gerade die Ausbildung unsere Lehrkräfte gehört dringend auf den Prüfstand. Die Staatsregierung darf hier nicht länger den Kopf in den Sand stecken."
Der Wissenschaftlich-Technische Beirat der Bayerischen Staatsregierung wurde als unabhängiges Beratergremium der Bayerischen Staatsregierung eingerichtet. Der Beirat greift auf Anforderung der Bayerischen Staatsregierung oder aus eigener Initiative Themen auf.
Ich hoffe schwer, dass die Forderung nach einer "Nicht-Trennung" der Schularten auf die Sekundarstufe beschränkt ist. Bereits jetzt finden in der Lehrerbildung sehr viele Grundschulwichtige Themen keine oder nur minimale Beachtung. So werden etwa täglich aktuelle Themen wie Lernstörungen, Erziehung, Elternarbeit und Lernmethodik - wenn überhaupt - nur in freiwillig zu besuchenden Veranstaltungen angeboten, während wir Grundschullehramts-Aspiranten aber verpflichtend Seminare zu den absolut grundschulrelevanten Themen wie Sprachwissenschaft oder Stochastik besuchen müssen. (Ein Schelm, wer hier an Ironie denkt)...
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