Lehrer lernen Tierschutz
Unterrichtskonzepte für die Schule
Mehr zu: Lehrerbildung, Schulprojekte, Unterrichtsgestaltung, Schule, Hochschule(redaktion/pm) An der Uni Duisburg-Essen können sich Lehramtsstudenten zum Tierschutzlehrer ausbilden zu lassen. Auf dem Lehrplan der angehenden Tierpädagogen stehen Unterrichtseinheiten zu speziellen Tierschutzthemen. Vor allem Fakten über den artgerechten Umgang mit Haustieren sowie die Ursachen und Folgen von Tierquälerei und Nutztierhaltung sollen die angehenden Lehrer Schülern der Sekundarstufe I vermitteln.
Neben Projekttagen und Exkursionen sollen aber auch vegetarische Koch- und Backangebote im Unterricht nicht zu kurz kommen, denn Tierliebe geht bekanntlich nicht immer durch den Magen.
Vor ihrem Einsatz in der Schule, besuchen die angehenden Pädagogen das Seminar "Konzepte der Werteerziehung: Tierschutz in Erziehung, Schule und Unterricht", in dem sie Thesen und Unterrichtskonzepte erarbeiten, die sie später in der Schule einsetzen können. Das Seminar gehört zum Bereich Service Learning, der das Lernen durch Verantwortung und ehrenamtliches Engagement in den Mittelpunkt stellt, und findet erneut im Sommersemester 2009 statt. Abschließend bekommen alle Teilnehmer ein offizielles Zertifikat und können als Tierschutzlehrer an Schulen oder anderen Bildungsträgern arbeiten.
Erfolgreich ausgebildet und schon im schulischen Einsatz sind bereits sechs UDE-Studentinnen, die Projekte an einer Gesamtschule und einem Gymnasium in Mülheim und Essen betreuen. Dazu gehört beispielsweise die AG "Leben mit Tieren", die Schülern in 30 Unterrichtsstunden didaktisch und methodisch aufbereitete Hilfestellungen im Umgang mit Tieren vermittelt. Eingeplant sind dabei auch Ausflüge zu nahe gelegenen Tierhöfen und Zoos sowie Rollenspiele und das Erstellen einer eigenen Zeitschrift.
Dass der Tierschutzunterricht als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis gut funktioniert, beweist die Unterrichtsreihe "Richtiger Umgang mit Haustieren", die bereits erfolgreich in einer sechsten Klasse der Gesamtschule in Duisburg-Walsum durchgeführt wurde.
Ein hervorragender Ansatz! Vorbildfunktion könnte hierbei auch folgende Schülerprojekte bieten:
www.schueler-fuer-tiere
www.foerderschueler-fuer-tiere.eu
www.schule-und-tierschutz.de
Jedenfalls wäre es herrlich, wenn sich diesem Projekt "Tierschutz im Unterricht" noch viele andere Schulen anschließen würden - ein wunderbarer Weg, junge Menschen zu sensibilisieren und ihre Empathie zu fördern.
Vorbildlich!!! Es wäre wünschenswert, dass andere Schulen nachziehen. Tiere sind Bestandteil unserer Gesellschaft, ob als Haustier oder auf dem Teller, deswegen sollten auch die Hintergründe der Tierproduktion keinem Kind und Jugendlichen vorenthalten werden.
Es ist zwar wünschenswert, dass Tiere in unserer Gesellschaft nicht mehr ausschließlich als Ware angesehen werden, dieser "Studiengang" zeigt ebendieses.
ABER
Wenn die Jugendlichen das richtige Halten von Haus-und Nutztieren lernen, muss man sich doch wohl fragen, wo da der Tierschutz bleibt. Tiere sind keine Ware !!!
Weder als Nahrungsspendendes Mittel (es gibt in unserer Gesellschaft genügend Alternativen sich gut und ausgewogen vegan zu ernähren), noch als Vergnügungsobjekte (bspw. Haustiere) noch als Anschauungsobjekte in Zoos, da sie auch dort nur eingesperrt werden!
Ich finde zwar die Idee dieses "Tierschutzlehrers" gut, aber an der Umsetzung muss stark gearbeitet werden, wenn es denn tatsächlich um das Tier gehen soll und nicht um das Gute Gewissen des Menschen, doch was für das Tier getan zu haben!
Als weit besseres Projekt möchte ich an dieser Stelle auf das internationale Tierschutzlehrerseminar verweisen, das jedes Jahr in den Sommerferien in Graz/ Österreich stattfindet. Es ist offen für alle, die sich als Tierschutzlehrer engagieren möchten. Die konzeptionelle Ausrichtung geht dahin, Tiere eben nicht als "Nutz"-Tiere anzusehen, denen man nur ein besseres Leben ermöglichen muß, um sie dann letztlich doch töten (lassen) zu dürfen, sondern es verlangt das Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit der Tiere als Grundsatz. Tierausbeutung soll nicht durch Reformen und Reförmchen manifestiert, sondern abgeschafft werden. Auch mit dem Zertifikat aus Graz kann man deutsche Schulen oder andere Bildungseinrichtungen besuchen.
Infos auf www.tierschutzimunterricht.org oder auch www.tierschutzlehrerinnen.de
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