Schlechte Noten für Hessens Schulen
Zu viel Frontalunterricht und Mangel an individueller Förderung
Mehr zu: Hessen, Schulinspektion, Unterrichtsgestaltung, Schule(redaktion) Weit mehr als die Hälfte der hessischen Schulen verharrt in alten Lern- und Unterrichtsmethoden. So das Ergebnis des Schul-TÜVs, das die Inspektoren des hessischen Instituts für Qualitätsentwicklung bereits im November 2008 abgeliefert haben, nachdem sie rund ein Drittel der Schulen besucht hatten. Während das Dokument der Frankfurter Rundschau (FR) vorliegt, scheint das Kultusministerium an einer Veröffentlichung nicht interessiert. Das 104-seitige Heft schlummere in dessen Schubladen, berichtet die FR am Samstag.
Mehr als 12.000 Unterrichtsstunden in rund 600 Schulen, so berichtet die Zeitung, hätten die Inspektoren für die Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung in Wiesbaden ausgewertet.
Das Ergebnis: In den Schulen dominieren nach wie vor Frontalunterricht und Einzelarbeit von Schülern. "70 Prozent des Unterrichts laufen so. Das spiegelt sich in der Sitzordnung wieder. Mehr als die Hälfte der Schüler sitzen in Reihen oder in einem großen U im Klassenzimmer", schreibt die Zeitung. In den Schulen mangele es vor allem an der individuellen Förderung. Wer in einer Klasse nicht mitkomme, habe kaum die Chance, innerhalb des Unterrichts unterstützt zu werden. Dies sei Sache von Eltern und Nachhilfelehrern. Aber auch die besonders Schlauen erhielten nicht die Aufmerksamkeit, die sie zu Spitzenleistungen führen würde.
Interessant auch ein weiteres Ergebnis: Demnach macht sich die Qualität von Schule weniger am Schultyp fest als vielmehr daran, wie eine Schulgemeinde, wie Lehrer, Eltern und das Umfeld bereit seien, auf Herausforderungen zu reagieren.
Sehr geehrter Herr Hanack
(Redakteur des verlinkten FR-Atikels)
wie seit Mai 2007 üblich geht bei der FR die reißerische Aufmache wieder vor seriöser Berichterstattung.
Die angeblich geheimgehaltene 104-seitige Dokumentation zur Hessischen Schulinspektion 2006-2008 ist offen zugänglich und komplett downloadbar vom Hessichen Bildungsserver unter der URL:
www.iq.hessen.de/irj/se...2-222222222222.pdf
Auf Ihre unkritische Darstellung der von Ihnen vorgestellten Ergebnisse will ich hier gar nicht näher eingehen. Ein Beispiel sei erwähnt: Sich aufzuregen, dass die Tische in den Klassen, für nur Gruppenarbeit ungeeignet, nur in Reihen, bzw einem offenen U aufgebaut seien ist wohlfeil, solange man nicht dazu sagt, dass bei Klassengrößen von über dreißig Schülern das Aufbauen von Tischgruppen für selbstständige Gruppenarbeit oft aus Raumgründen gar nicht möglich ist.
Aber vielleicht lassen sie sich einmal ein ähnlich elaboriertes Werk zu Standards journalistischer Arbeit unter der Annahme idealer Arbeitsbedingungen und unbegrenzter Ressourcen und ausreichendem Personal in den Redaktionen etc. anfertigen, wie es der von der FR veröffentliche Prüfbogen des IQ für die Schule darstellt und gehen dann damit für ein zwei Tage durch die Redaktionen der FR und vielleicht noch anderswo. - Wie ernst würden Sie das Ergebnis nehmen, und für wie angemessen würden Sie es halten?
Recherchieren Sie die Arbeitsbedingungen von Lehrern und Schülern, schreiben Sie darüber, wer diese zu verantworten hat nennen Sie die wahren Gründe, bevor den dort schaffenden Menschen der schwarze Peter für tatsächliche Mißsstände dort einseitig in die Schuhe geschoben werden.
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