UNICEF: Kinderpornografie an der Wurzel bekämpfen
Vereinbarung zur Sperrung von Internetseiten "nur ein wichtiger Schritt"
Mehr zu: Deutschland, Sonderthemen(redaktion/pm) UNICEF hat dazu aufgerufen, Kinderpornografie an der Wurzel zu bekämpfen. Die heute unterzeichnete freiwillige Vereinbarung großer Internet-Anbieter mit der Bundesregierung, zukünftig Seiten mit kinderpornografischen Inhalten zu blockieren, sei nur ein wichtiger Schritt, erklärte Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland.
"Mit der heute getroffenen Vereinbarung schließt Deutschland zu international fortschrittlichen Standards auf und erschwert das "Massengeschäft". Die Verbrechen an Kindern hören damit aber nicht auf", so Stachelhaus. Um das kriminelle Geschäft mit Kinderpornografie zu stoppen, sei ein Bündel von Maßnahmen notwendig. Insbesondere müsse die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden verbessert werden. Viele kinderpornografische Bilder befänden sich auf ausländischen Servern. Werden sie entdeckt, müssten die betroffenen Länder dazu gebracht werden, die Täter aufzuspüren und gegen diese vorzugehen. Die Bundesregierung müsse sich hier für internationale Standards einsetzen.
Außerdem weist UNICEF darauf hin, dass möglichst rasch eine gesetzliche Regelung für das so genannte "access blocking" getroffen werden müsse, damit alle übrigen deutschen Provider sich dem Vorgehen anschlössen und ein rechtsstaatlich kontrolliertes Verfahren sicher gestellt werde.
Im Kampf gegen Kinderpornografie, so UNICEF, müsse auch dringend die Informationslage verbessert werden. Bis heute sei das tatsächliche Ausmaß der weltweiten Ausbeutung unbekannt, weil die Täter im Verborgenen handelten und kriminelle Netzwerke nutzten. So gebe es bisher nur bruchstückhafte Informationen über die Nutzungshäufigkeit, Nutzungsstrategien und die Organisation der verbrecherischen Netzwerke.
Die Bundesregierung hat sich auf dem von UNICEF mit initiierten dritten Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Rio im vergangenen Jahr erneut verpflichtet, verstärkt gegen Kinderpornografie, Kinderhandel und Kinderprostitution vorzugehen.
Wollte die Regierung wirklich gegen Kinderpornografie vorgehen, so wäre die Internetzensur der falscheste Weg. Mit der Zensur verdeckt die Regieruing die kriminellen Machenschaften und verkauft die Bürger für dumm, nach dem Motto: "Aus dem Blick aus dem Sinn." Hiermit werden die Opfer verspottet und weiterer Zensur Vorschub geleistet. Erst Denken dann Handeln: www.heise.de/ct/Die-Arg...e--/artikel/135867
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