(redaktion) Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) hat angekündigt, die Sonderschulpflicht aufzuheben. Mit einer Reform des Sonderschulwesens will er mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf an Regelschulen unterrichten lassen, berichtet der Mannheimer Morgen. Die Sonderschulempfehlung werde aufgehoben und in der allgemeinen Schulpflicht aufgehen, kündigte Rau demnach an.
Das bedeute aber nicht, dass die Sonderschulen abgeschafft werden. Künftig solle ein Gremium aus Fachleuten den Förderbedarf eines Kindes feststellen und den Eltern Vorschläge machen, an welcher Schule es unterrichtet werden solle. Allerdings, so schreibt die Zeitung, könne auch eine Sonderschule die einzige Empfehlung sein.
Rau plant dem Zeitungsbericht zufolge, die 579 Sonderschulen im Südwesten zu "sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren" umzubauen. Dort würden weiterhin Sonderschüler unterrichtet, und sie blieben die Stammschulen der behinderten Kinder, die auf eine Regelschule gehen.
Die ersten Schulen können ab dem Schuljahr 2010/11 freiwillig mit der Aufnahme behinderter Kinder beginnen, wird der Minister zitiert. Die GEW hat in einer ersten Stellungnahme die Umwandlung der Sonderschulpflicht in eine allgemeine Schulpflicht "als ersten richtigen Schritt" begrüßt.