NRW: Neue Lehrerausbildung
Landtag verabschiedet Gesetzentwurf
Mehr zu: Hauptschule, Lehrerbildung, Nordrhein-Westfalen, Schulstruktur, Vorbereitungsdienst, Hochschule, Schule(redaktion) In zweiter Lesung hat heute die Landtagsmehrheit aus CDU und FDP den Gesetzentwurf für eine Reform der Lehrerausbildung angenommen. Damit ist in NRW der Weg für eine sechsjährige Ausbildungszeit frei, die für alle Lehrämter - von der Grundschule bis zum Gymnasium - gleich lange ist.
Die Opposition begrüßte zwar Teile der Reform, bemängelte allerdings, dass es nicht gelungen sei, mit dem Bachelor-Studium eine wirkliche Berufsqualifizierung außerhalb des Lehramts anzubieten, so die SPD-Abgeornete Dr. Anna Boos, die außerdem die weitere Fixierung auf die Schulformen kritisierte.
Auch die Grünen zweifeln am Erfolg der neuen Ausbildung. Die geplanten Praxisanteile innerhalb des Studiums fangen nach Einschätzung der bildungspolitische Sprecherin der Partei, Sigrid Beer, nicht die Verkürzung der Referendarzeit von 24 auf zwölf Monate auf. "Das ist fahrlässig", urteilte sie. Die Verkürzung des Referendardienstes sieht der VBE kritisch.
Der Verband Bildung und Erziehung äußerte sich in einer ersten Stellungnahme ebenenfalls kritisch zum verkürzten Referat. "Wir sind nicht davon überzeugt, dass die geplanten Praktika die Verkürzung der zweiten Ausbildungsphase um immerhin 12 Monate ausgleichen können", so VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. "Wenn das aber nicht gelingt, wird der praktische Teil der Ausbildung verschlechtert statt verbessert."
Gleichzeitig erklärte der Verband allerdings auch, dass die geplante gleich lange Dauer der Ausbildung für Lehrer unterschiedlicher Schulformen und der Master-Abschluss für alle ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichwertigkeit der Lehrämter sei. So positiv dieser Aspekt zu bewerten sei, so unsinnig sei aber die Festlegung der Studierenden auf die Schulformprofile Hauptschule oder Realschule, erklärte Beckmann.
Der Gesetzentwurf orientiert sich an den Empfehlungen einer Expertenkommission unter der Leitung des Bildungsforschers Prof. Jürgen Baumert, den das Kabinett bereits vor knapp einem Jahr verabschiedet hatte.
Der Entwurf sieht eine vertiefte fachliche und pädagogische Ausbildung und eine für alle Lehrämter von der Grundschule bis zum Gymnasium gleich lange, sechsjährige Ausbildungszeit vor. Das Studium sich künftig für alle Schulformen in ein dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium gliedern, dessen Abschlussprüfung das bisherige Erste Staatsexamen ersetzt. Der anschließende Vorbereitungsdienst soll auf ein Jahr gekürzt werden und soll auch zukünftig mit einem Staatsexamen abschließen.
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