Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 09.02.2012, 18:25
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken_bw
  • Email_go_bw

Niedersachsen: Protest gegen Turbo-Abi an Gesamtschulen

Demonstration in der Landeshauptstadt

Mehr zu: G8, Gesamtschule, Gleichstellung, Gymnasium, Niedersachsen, Schule
08.05.2009 -

(redaktion) Gegen die geplante Einführung des Abiturs nach zwölf Jahren auch an den Gesamtschulen in Niedersachsen soll morgen eine zentrale Protestveranstaltung in Hannover stattfinden, zu der unter anderem der Gesamtschulverband, der Landesschülerrat und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aufgerufen haben.

Die Landtagsfraktionen von CDU und FDP hatten am Dienstag dieser Woche die Einführung des "Turbo-Abis" an den niedersächsischen Gesamtschulen zum Schuljahr 2010/2011 beschlossen. Das Gesetz soll den Landtag noch vor der Sommerpause passieren. Ursprünglich wollte die CDU die Reform sogar schon zum nächsten Schuljahr umsetzen.

Noch vor wenigen Jahren, zur Einführung des achtjährigen Gymnasiums, hatte die Landesregierung den Gesamtschulen allerdings die Kompetenz abgesprochen, Schüler in zwölf Jahren zum Abitur führen zu können. Der Gesamtschulverband (GGG) hatte damals gefordert, dass die einzelnen Schulen selbst sich für den einen oder den anderen Weg entscheiden sollten.

Als in der Sache unbegründet und von politischen Scharfmachern angeheizt hat der Philologenverband Niedersachsen die geplante Demonstration kritisiert. Gleichzeitig zeigte sich der Vorsitzende der Lehrerorganisation, Guillermo Spreckels zufrieden, dass die Landtagsfraktionen von CDU und FDP und die Gleichstellung von Gymnasien und Gesamtschulen auf den Weg gebracht hätten.

Die Vertreter der Gesamtschulen hingegen fordern, dass die Gesamtschulen das Abitur weiterhin am Ende der 13. Jahrgangsstufe anbieten dürfen. Eltern, die dieses Schulangebot wünschen, so heißt es, schätzten besonders, dass die Entscheidung darüber, ob ihr Kind das Abitur anstrebe oder nicht, erst am Ende der 10. Jahrgangsstufe falle und damit den Jugendlichen vor dieser Entscheidung mehr Zeit für ihre Lern- und Persönlichkeitsentwicklung bleibe.

Auch in den Kommunen formiert sich der Protest. So hat der Stadtrat in Osnabrück jetzt die Landesregierung aufgefordert, an Gesamtschulen das Abitur nach 13 Schuljahren beizubehalten.

1 Kommentar (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Frank Litterscheid, am 08.05.2009, 17:20

Die Begründung für den Gesetzentwurf der CDU/FDP gleicht einer Entmündigung der Eltern und Schüler. Ich zitiere [Anmerkungen in Klammern von mir]:

"Da die IGS Schülerinnen und Schüler aufnimmt, die von ihrer Leistungsfähigkeit und von ihren Leistungsbeurteilungen her gesehen wie Gymnasialschülerinnen und Gymnasialschüler beschult werden können [Das könnten sie in der Tat. Sie oder ihre Eltern haben aber bewusst entschlossen, dass sie gerade NICHT wie Gymnasialschüler beschult werden wollen! Zur Wortwahl: ich würde aktives Lernen einer passiven Beschulung vorziehen.], muss diesen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, ihrem Leistungspotenzial entsprechend die allgemeine Hochschulreife nach 12 Jahren zu erreichen [Wenn die Schüler das gewollt hätten, wären sie auf ein Gymnasium gegangen. Nochmal: Wer auf eine IGS geht, hat sich zuvor klipp und klar gegen den 12-jährigen Weg entschieden. Das muss die CDU nicht mögen, aber sie hat es als freie Entscheidung mündiger Bürger zu akzeptieren!]. Obwohl die Erlasslage seit 2004 die Erlangung der Allgemeinen Hochschulreife nach 12 Jahren ermöglicht, wird von den Integrierten Gesamtschulen hiervon kein Gebrauch gemacht [Das ist ja nun auch wirklich unverschämt, von diesen bösen, bösen Schulen]. Eine gesetzliche Regelung erscheint daher als geboten. [So legt man seine Bürger und die Schulen - welche Bedeutung hat der Begriff "eigenverantwortliche Schule"? - in Ketten. Nur zu ...]

Im niedersächsischen Philologenverband lobt man offenbar die Gleichstellung von Gesamtschulen und Gymnasien. Mal abgesehen davon, dass Gesamtschulen keine Gymnasien sind, auch wenn beide Schulformen das Abitur als Abschlussmöglichkeit bieten, schweigt man im Philologenverband, wenn es um die unterschiedliche Unterrichtsversorgung an Gesamtschulen und Gymnasien geht. (Laut Erlass des nds. Kultusministeriums 99,5 % für die Gymnasien, 98 % für die KGS.) Hier habe ich noch niemanden aus diesen Reihen gehört, der eine Gleichbehandlung fordern würde, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

7eef48d94dee870da19d48dfb6dc305d57633281
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Sonderthemen

"Die Chancen einer weltweiten Lerngesellschaft"

09.02.2012. Unter dem Motto "Weltsprache Bildung" beteiligt sich das Goethe-Institut an der größten Bildungsfachmesse in Europa, der didacta in Hannover. Im Interview spricht Dr. Matthias Makowski, Leiter der Abteilung Sprache des Goethe-Instituts, über multimedial vernetztes Lernen und Lehren im Zeitalter ...

Schule

Österreich: Fortgesetzte Reformen wichtig für Qualität und Chancengleichheit in Bildung

Paris/Berlin, 09.02.2012. Die Leistungen österreichischer Schüler hängen stärker von der sozialen Herkunft ab als in vielen anderen Industrieländern. Der heute veröffentlichte OECD-Bericht "Equity and Quality in Education: Supporting Disadvantaged Students and Schools" appelliert daher, bereits begonnene Reformen ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Weiter auf bildungsklick.de
Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Ein Tag Ein Preis Ein Deal. Marken-Schulranzen bis zu unglaublichen 80% reduziert. Scout, McNeill, Espri... und vieles mehr.
ANZEIGE
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung