"Kinderarbeit nimmt Jungen und Mädchen jede Chance, zur Schule zu gehen"
UNICEF-Aktionstag zum Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni
Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Deutschland, Lehrertag, Statistik, Weltlehrerkongress, Sonderthemen, Schule(redaktion/pm) Vor dem Welttag gegen Kinderarbeit am 12. Juni haben heute bundesweit Tausende jugendliche und erwachsene UNICEF-Freiwillige mit Aktionen in mehr als 80 Städten dazu aufgerufen, ausbeuterische Kinderarbeit zu stoppen. UNICEF schätzt, dass weltweit 158 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten müssen.
Viele von ihnen schuften unter gesundheitsschädlichen Bedingungen - in Fabriken, in Steinbrüchen oder auf Plantagen. "Gebt Mädchen ein Chance - beendet ausbeuterische Kinderarbeit" lautet das Motto des Welttags gegen Kinderarbeit in diesem Jahr. Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation sind 45 Prozent der Kinderarbeiter Mädchen. Sie müssen besonders häufig für niedrigen Lohn arbeiten.
In Berlin gestaltet UNICEF Deutschland gemeinsam mit TransFair, dem Verein, der in Deutschland das Fairtrade-Siegel vergibt, die zentrale Aktion des Tages vor dem Brandenburger Tor. Junge Aktivistinnen der beiden Organisationen demonstrieren gemeinsam mit Top-Model Eva Padberg. Ihre Botschaft lautet: Stoppt die Ausbeutung von Mädchen und Jungen durch Kinderarbeit.
"Millionen Mädchen schuften in der Landwirtschaft, in der Industrie oder privaten Haushalten - oft zehn oder zwölf Stunden täglich. Das ist gefährlich für ihre Gesundheit. Es nimmt ihnen jede Chance, zur Schule zu gehen. Es ist extrem unfair", sagte UNICEF-Repräsentantin Eva Padberg.
"Umfragen zeigen, dass die Verbraucher mehr Angebote aus fairer Produktion wünschen. Handel und Hersteller sollten darauf endlich verstärkt reagieren", sagte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath.
"Bildung ist der stärkste Schutz gegen Kinderarbeit. Aber auch die Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass auch Zulieferer und Subunternehmer Sozialstandards einhalten", sagte der UNICEF-Vorsitzende Dr. Jürgen Heraeus.
TransFair und UNICEF haben die Aktion "Stoppt Ausbeutung" im November vergangenen Jahres zusammen mit UNICEF-Schirmherrin Eva Luise Köhler gestartet. Seitdem wurden rund 100 deutsche Handels- und Textilunternehmen angeschrieben mit der Bitte, gemeinsam geeignete Strategien gegen die Ausbeutung von Kindern zu entwickeln. Einige reagierten positiv - viele antworteten bisher nicht. Mit ihren Aktionen in mehr als 80 Städten wollen die UNICEF-Freiwilligen Verbraucher und Unternehmen sensibilisieren. Gleichzeitig werben sie dafür, UNICEF-Hilfsprojekte gegen ausbeuterische Kinderarbeit in Indien, Burkina Faso, Ecuador und auf den Philippinen zu unterstützen.
So hilft UNICEF - zwei Länderbeispiele
In Ecuador müssen 600.000 Kinder und Jugendliche mitarbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Besonders hart ist die Arbeit auf den Müllkippen. Für Tausende Familien ist das Sammeln und Sortieren von Müll die einzige Einnahmequelle. UNICEF unterstützt in acht Städten Anlaufstellen für arbeitende Kinder. Sie erhalten dort auch Schulmaterial, Bücher und Schuluniformen. Im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh arbeiten rund 200.000 Kinder - vor allem Mädchen - in der Produktion von Baumwollsaatgut. Die Baumwollsaaten werden mühevoll per Hand gekreuzt. Dabei atmen die Kinder die Pestizide ein, mit denen die Pflanzen behandelt wurden. UNICEF hat in über hundert Dörfern ein Programm gestartet, das es jedem Kind ermöglicht, zur Schule zu gehen. Die Kinder erhalten kostenloses Schulmaterial. In so genannten Brückenschulen können sie verpassten Unterrichtstoff nachholen. UNICEF hilft, die Schulen besser auszustatten und unterstützt Mädchenclubs. Dort klären Mädchen Gleichaltrige über die Gefahren der ausbeuterischen Arbeit auf und übernehmen eine aktive Rolle in ihren Gemeinden.
Eine Liste mit allen bundesweit geplanten Aktionen sowie weitere Informationen finden Sie unter www.unicef.de/Kinderarbeit.html
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