(redaktion) Mit Aktionen an Schulen, Hochschulen demonstrieren Studenten und Schüler von heute an in mehr als 70 Städten gegen Missstände im Bildungssystem. Bis zum 19. Juni 2009 wollen sie mit vielfältigen Aktionsformen ein Zeichen für eine freie Bildung, selbstbestimmtes Lernen und mehr Demokratie in allen Bildungseinrichtungen setzen.
Während der Philologenverband von "einseitiger ideologischen Forderungen nach Einführung einer Einheitsschule" spricht und das "Aktionsbündnis gegliedertes Schulwesen Baden-Württemberg" gar davor warnt, dass Schüler und Eltern durch einen ideologisch geführten Feldzug gegen das gegliederte Schulsystem instrumentalisiert würden, äußert das Deutsche Studentenwerk (DSW) Verständnis für den bundesweiten Bildungsstreik . "Ich kann alle Studierenden gut verstehen, die ihren Protest und ihren Unmut auf phantasievolle und friedliche Weise auf die Straße tragen", erklärt DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat. "Unterfinanzierte Hochschulen und Studentenwerke; Studiengebühren, aber viel zu wenige Stipendien; eines der sozial selektivsten Hochschulsysteme weltweit, Studierende, die sich als ´Kunden´ ihrer Hochschule und nicht als Mitgestalter begreifen sollen; Stress und Leistungsdruck in überfrachteten Bachelor-Studiengängen: Es gibt viele gute Gründe, um zu protestieren", sagt Dobischat.
Auch der Gewerkschaftstag der GEW hatte im April in Nürnberg die Unterstützung der Aktionen von Studierenden, Schülerinnen und Schülern beschlossen. Es sei höchste Zeit, um den Forderungen nach einer Kehrtwende in der Bildungspolitik Nachdruck zu verleihen.