Studie: Lehrermangel wird zum großen Problem
Bildungsforscher: Wettbewerb um ausgebildete Lehrer nimmt zu
Mehr zu: Deutschland, Junglehrer, Lehrerbildung, Lehrermangel, Unterrichtsversorgung, Schule, Hochschule(redaktion) Deutschland steuert auf einen enormen Lehrermangel zu. Das hat jetzt der Essener Bildungsforscher Prof. Klaus Klemm mit einer neuen Studie zum Lehrerbedarf in Deutschland belegt.
"Schon seit einiger Zeit mehren sich Meldungen aus den Schulen, die darauf hinweisen, dass es zunehmend schwierig wird, verfügbare Lehrerstellen mit ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern zu besetzen. Dies gilt insbesondere in den sogenannten Mangelfächern. Die Abwerbungsanstrengungen einzelner Länder und die hilflosen Bemühungen der Kultusminister und -ministerinnen, die sich im März 2009 auf ihrer Konferenz in Stralsund zusicherten, den Wettbewerb um Lehrer und Lehrerinnen untereinander ´fair´ zu gestalten, können als Vorboten eines beachtlichen Lehrermangels begriffen werden", schreibt der Wissenschaftler eingangs in seiner Studie.
Klemm kommt zu dem Ergebnis, dass Deutschlandweit zwischen 2007 und 2015 mehr als 300.000 Lehrerinnen und Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden werden und in den fünf Jahren danach noch einmal etwa 160.000 – insgesamt im Zeitraum von 2007 bis 2020 also etwa 460.000.
Nach der derzeitigen Zahl der Lehramtsstudenten werden aber im Jahresschnitt nur 26.000 fertig ausgebildete Junglehrer für eine Neueinstellung in den Schulen zur Verfügung stehen, schreibt Klemm in seiner Analyse.
Vor diesem Hintergrund sei damit zu rechnen, dass der Wettbewerb um ausgebildete Lehrer (zumal um solche mit ´Mangelfächern´) in den kommenden Jahren an Schärfe zunehmen werde. Klemm verweist gleichzeitig darauf, dass sich nicht alle Bundesländer in dem Umfang an der Lehrerbildung beteiligen, der ihrem Anteil am Lehrerbedarf in Deutschland entspricht. Während Berlin und die neuen Bundesländer über den Eigenbedarf hinaus ausbildeten, würden beispielsweise Schleswig-Holstein und Bayern nicht dem Bedarf angemessen ausbilden.
Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird sich an diesem Donnerstag in Berlin erneut mit dem Thema Lehrermangel und den Abwerbeaktionen der Länder befassen.
Passend dazu die Pressemitteilung des Bayerischen Philologenverbands vom 28.11.2008:
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