Ausstieg aus PISA?
Kultusminister Rau stellt Teilnahme Deutschlands infrage
Mehr zu: Baden-Württemberg, Bildungsbericht, Deutschland, PISA (Studie), Vergleichsarbeiten, Schule(redaktion) Wieder einmal wird die weitere Teilnahme Deutschlands an internationalen PISA-Studien infrage gestellt. Diesmal erklärte Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau (CDU) gegenüber der "Stuttgarter Zeitung", er sehe keine Grundlage für einen Beschluss zur Teilnahme. Vor knapp zwei Jahren hatte sein Parteikollege, der damalige niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann (CDU), schon einmal den PISA-Ausstieg gefordert.
Als Argument dient beiden Bildungspolitikern die unterschiedlichen Interpretation der Test- Ergebnisse aus dem Jahr 2006. Die deutschen PISA-Forscher hatten eine deutliche Verbesserung der Schülerleistungen in den Naturwissenschaften attestiert, die OECD-Forscher hingegen erklärten, der Aufstieg der deutschen Schüler im Bereich Naturwissenschaften von Platz 18 auf Platz 13 stelle keine Verbesserung dar, weil beide Tests wegen ihrer geänderten Aufgabenstruktur nicht vergleichbar seien. Daraufhin hatten die Kultusminister der CDU regierten Bundesländer den Rücktritt des OECD-Pisa-Koordinators gefordert.
Nun soll der Streit - rechtzeitig zur 326. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz, die heute und morgen in Berlin stattfindet - offensichtlich wieder neu entfacht werden. Auf der Sitzung soll über die deutsche Teilnahme an der internationalen PISA-Erhebung im Jahr 2012 entschieden werden.
Vor zwei Jahren ging es nicht nur um die Interpretation der Ergebnisse. Damals wie heute verlangt die OECD hohe Konventionalstrafen, wenn vor dem offiziellen Vorstellungstermin ein Teilnehmerland Ergebnisse veröffentlicht und bewertet. Ihr eigener Koordinator Andreas Schleicher hat aber bisher genau´das bei jeder Studie gemacht.
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