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Präventionsprogramme können Amokläufe nicht komplett verhindern

Anhörung im baden-württembergischen Landtag

23.07.2009

(redaktion/pm) Zu mehr Wachsamkeit hat gestern die Kriminologin Britta Bannenberg vor dem erstmals öffentlich tagenden Winnenden-Ausschuss des baden-württembergischen Landtags gemahnt. Gleichzeitig machte die Gießener Professorin deutlich, dass sich Gewalttaten und Amokläufe an Schulen mit allgemeinen Präventionsprogrammen nicht komplett verhindern ließen.

Vor fast jedem Amoklauf gebe es viele kleine Hinweise, wie zum Beispielung Äußerungen gegenüber Gleichaltrigen. Jede Drohung sollte ernst genommen werden, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass sie haltlos sei. Die Expertin forderte außerdem eine entsprechende Ausbildung für Lehrer, damit die Pädagogen auf solche Situationen vorbereitet seien.

Dr. Sabrina Hoops vom Deutschen Jugendinstitut München erklärte bei der Anhörung, die Zahl der Amokläufe habe in den vergangenen Jahren in Deutschland nicht zugenommen. Seit 1999 seien bei sieben Taten 41 Menschen getötet worden. Die Expertin, die seit vier Jahren auch als Schöffin tätig ist, warnte vor Zahlenspielereien, nach denen Deutschland hinter den USA das Land mit den meisten Amokläufen sei. Diese seien angesichts der Fallzahl unseriös. Zwar seien gesellschaftliche Rahmenbedingungen wichtig, aber nicht Hauptursache für Amokläufe, ausschlaggebend sei vielmehr die Persönlichkeitsstruktur des Täters.

Am 11. März hatte ein 17-Jähriger an seiner früheren Schule in Winnenden und anschließend auf der Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Am 22. April hatte der Landtag den Sonderausschuss eingesetzt, um über Konsequenzen zu beraten.


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