Deutschlehrer: Im Ausland öfter Deutsch sprechen
"Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus"
Mehr zu: Deutsch, Forschung, Internationaler Austausch, Muttersprache, Sonderthemen(dpa) – Bei ihren Reisen ins Ausland sollten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ihre Gastgeber öfter mal auf Deutsch ansprechen. Auf diese Weise könne die deutsche Sprache wieder stärker in die Welt getragen werden, meint der internationale Verband der Deutschlehrer. Rund 3000 Pädagogen aus 116 Ländern diskutierten bei ihrem Treffen Anfang August in Jena unter anderem über die beste Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache.
"Wenn die Deutschen bei offiziellen Anlässen im Ausland nicht ihre Muttersprache benutzen, schaden sie der deutschen Sprache im Wettbewerb der Sprachen in einer globalen und mehrsprachigen Welt", sagte Verbandspräsidentin Helena Hanuljaková am 3. August zur Eröffnung der Tagung. Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, sagte: "Unsere Devise ist: Englisch ein Muss, Deutsch ein Plus." Derzeit sprechen rund 200 Millionen Menschen weltweit Deutsch. Damit gehört Deutsch zu den elf meist gesprochenen Sprachen.
Allerdings ist die Zahl der Interessenten seit Jahren rückläufig. Im Moment lernen nach Angaben des Verbandes rund 17 Millionen Ausländer Deutsch. Tagungspräsident Hans Barkowski sieht aber auch Potenzial: "In Regionen wie Indien und China, überall dort, wo die deutsche Industrie stark ist, gibt es großen Bedarf. Wir dürfen es nicht versäumen, diese Regionen in unsere Bildungspolitik einzubeziehen." Das Auswärtige Amt fördert laut Erler 2009 mit zwei Programmen in Gesamthöhe von 97 Millionen Euro die internationale Verbreitung des Deutschen.
Forscher: Deutsche Sprache lebendig wie nie
Die deutsche Sprache ist nach Ansicht des Jenaer Sprachwissenschaftlers Hans Barkowski durch englische Ausdrücke nicht gefährdet, sondern wird belebt. "Deutsch hat durch englische Wörter an Ausdrucksfähigkeit gewonnen", sagte Barkowski der Deutschen Presse-Agentur dpa.
"Der deutsche Wortschatz ist seit Goethe stets gewachsen und heute so
groß wie noch nie." Es sei daher falsch, Ängste vor dem Aussterben oder
der Überfremdung des Deutschen zu schüren, sagte der Präsident der
Internationalen Deutschlehrer-Tagung. "Die englischen Wörter werden
nicht einfach übernommen sondern eingedeutscht", erklärte Barkowski, der
auch den "Beirat Sprache" des Goethe-Instituts leitet. "Wir sagen ja nicht:
Ich chat, sondern: Ich chatte. Nicht das Deutsche wird gedenglischt, sondern
das Englische eingedeutscht." Das sei sinnvoll, denn bei der rasanten
Entwicklung der globalisierten Welt würden neue Dinge häufig in anderen
Ländern benannt.
(dpa-Dossier Kulturpolitik 33/10.08.2009)
© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
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... und deutschen Institutionen sollten keine Förderungen aus Steuergeldern mehr erhalten, wenn sie damit - meist englischsprachige - Kongresse, Workshops u. ähnl. finanzieren...
denn das geschieht öfters, als es dem Normalbürger bekannt ist...
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