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Bildungsexperte: "Politik steht in der Verantwortung"

Sieben von zehn Jugendlichen fordern mehr Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Mehr zu: Deutschland, Nachhaltigkeit, Politische Bildung, Stiftungen, Sonderthemen
14.08.2009 -

(redaktion/pm) Jugendliche wollen in Schule und Ausbildung mehr zu globalen Problemen wie Klimawandel, Hunger und Armutsbekämpfung erfahren. Das hat jetzt eine repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung unter mehr als 1000 Jugendlichen in Deutschland und Österreich ergeben. Jugendliche fühlen sich demnach durch die Schule nicht ausreichend auf die Probleme einer globalisierten Welt vorbereitet. Sieben von zehn Jugendlichen fordern deshalb eine Bildung, die es ihnen ermöglicht, die Welt zukunftsfähiger zu gestalten.

"Gerade jetzt, wo die UN-Dekade 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' in die zweite Hälfte geht, müssen wir diese Zeit nutzen, um das Thema Nachhaltigkeit im Bildungssystem noch stärker zu verankern", kommentiert Professor Gerhard de Haan, Erziehungswissenschaftler und Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees für die UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung", die Ergebnisse. "Die Studie zeigt, dass die Politik in der Verantwortung steht, Lehrpläne und Richtlinien entsprechend weiterzuentwickeln. Kinder und Jugendliche engagieren sich sehr gerne für ihre Umwelt und für Fragen der Gerechtigkeit. Wir müssen ihnen allerdings das Rüstzeug mitgeben, damit sie ihre Zukunft nachhaltiger gestalten können", sagte de Haan.

69 Prozent der deutschen und 72 Prozent der österreichischen Jugendlichen wünschen sich in Schule und Ausbildung eine umfassendere Bildung zu globalen Problemen. Das ergab die Befragung, die das Institut TNS Emnid im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung unter Jugendlichen in Deutschland und Österreich durchgeführt hat. Die 14- bis 18-Jährigen zeigen demnach ein großes Bewusstsein für Fragen der globalen Zukunft, die Mehrheit von ihnen kritisiert aber, dass Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu wenig täten. Jeder zweite deutsche Jugendliche sieht jeden Einzelnen in der Pflicht, etwas zu ändern, um die weltweiten Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Vereinten Nationen haben die Jahre von 2005 bis 2014 zur Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgerufen. Damit haben sich die UN-Mitgliedstaaten verpflichtet, in diesen zehn Jahren besonders intensiv das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung in der Bildung zu verankern. Der Deutsche Bundestag hat im Juli 2004 einstimmig die Bundesregierung aufgefordert, die Dekade in Deutschland umzusetzen.

Auf der Grundlage des Bundestagsbeschlusses koordiniert die Deutsche UNESCO-Kommission die Dekade in Deutschland. Sie hat dazu ein Nationalkomitee berufen und mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung eine Dekade-Koordinierungsstelle eingerichtet. Ziel der UN-Dekade ist es, das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung weltweit in Kindergärten, Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen zu verankern. Bildung für nachhaltige Entwicklung will allen Menschen die Kompetenzen vermitteln, die notwendig sind, um globale Probleme vorherzusehen, sich ihnen zu stellen und diese zu lösen.

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