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Inklusive Bildung - die meisten Bundesländern sind noch weit davon entfernt

"Bildungsbarometer Inklusion" des Sozialverbands Deutschland

21.08.2009

(redaktion/pm) Die Bundesländer machen zu wenig Fortschritte bei der Integration behinderter Schüler an allgemeinen Schulen. Bislang erfüllen die meisten Bundesländer nicht ansatzweise ihre Verpflichtung, behinderte und nicht behinderte Kinder in der Regel gemeinsam zu unterrichten. Das ist das Ergebnis des "Bildungsbarometers Inklusion", das der Sozialverband Deutschland (SoVD) jetzt erstmals vorgelegt hat. Deutschland hat sich mit dem In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention zur Schaffung eines inklusiven Bildungswesens verpflichtet.

Eine erste Bestandsaufnahme ist allerdings ernüchternd: Die einzigen Bundesländer, in denen nennenswerte konkrete Fortschritte gemacht worden sind, sind Schleswig-Holstein und Bremen. Schon bisher belegen beide Länder einen Spitzenplatz bei den Integrationsquoten behinderter Schüler und haben seit dem In-Kraft-Treten der UN-Konvention einiges unternommen, um die inklusive Bildung voranzubringen.

Es fehlt der politische Wille

In drei Bundesländern - Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz - wurde immerhin der Handlungsbedarf erkannt. In vier Bundesländern beginnt die politische Debatte nur zögerlich und sogar sieben Bundesländer nehmen eine reservierte bis ablehnende Haltung gegenüber der inklusiven Bildung ein. Hier fehlt es bislang am politischen Willen zur Veränderung.

Für Eltern behinderter Kinder ist die Situation zu Beginn des neuen Schuljahres nach wie vor unbefriedigend. Konkrete Verbesserungen sind kaum greifbar. Selbst in Bundesländern, die bereits jetzt hohe Integrationsquoten aufweisen, sind die Bedingungen für den integrativen Unterricht noch keineswegs zufriedenstellend. Ermutigend ist, dass in vielen Bundesländern Behindertenverbände und Elterninitiativen aktiv geworden sind. Der SoVD setzt sich in den Bundesländern für eine zügige Umsetzung der inklusiven Bildung ein und hat die Bundesländer aufgefordert, die Umsetzung der inklusiven Bildung entschiedener voranzubringen. Dies sei eine zentrale bildungspolitische Aufgabe und es dürfe keine weiteren Verzögerungen geben. Behinderte Kinder bräuchten endlich bessere Bildungschancen und damit auch bessere berufliche Perspektiven, so der Verband.


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