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"Ein Drittel aller Studenten an deutschen Universitäten nicht studierfähig"

Geschäftsführer der neu gegründeten Fakultät für Lehrerbildung der TU München fordert bessere gymnasiale Bildung

Mehr zu: Ausbildungsreife, Baden-Württemberg, Bildungschancen, Deutschland, Gymnasium, PISA (Studie), Schulabbrecher, Schulabschluss, Statistik, Schule
21.09.2009 -

(Redaktion) Der Philologenverband Baden-Württemberg traf sich vom 19. bis 20. September zum 50. Internationalen Bodenseetreffen in Konstanz und auf der Insel Mainau. Höhepunkt der Veranstaltung, zu der auch Vertreterinnen und Vertreter aus Bayern, Österreich und der Schweiz anreisten, war der Vortrag von Prof. Peter J. Brenner zur "Erfolgsgeschichte des Gymnasiums in Zeiten des Umbruchs".

Prof. Peter J. Brenner lehrte an der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, inzwischen ist er Geschäftsführer der neu gegründeten Fakultät für Lehrerbildung der TU München. Seiner Meinung nach sind ein Drittel aller Studenten an deutschen Universitäten nicht studierfähig. Ihnen fehle es an Motivation, Disziplin, Ausdauer und Kritikfähigkeit. Sie könnten keine Rückschläge verarbeiten, ihre Kenntnisse der deutschen Grammatik seien unzureichend. Brenner fordert: "Das Gymnasium hat die Aufgabe, Schüler in Lernprozesse zu verwickeln und sie zu veranlassen, auch das zu lernen, wozu sie keine Lust haben."

Bei aller Kritik und der Forderung nach Verbesserung bescheinigt Prof. Brenner den Gymnasien aber dennoch eine Erfolgsgeschichte. Indikatoren für die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems sieht er bei den aktuellen Zahlen zur Jugendarbeitslosigkeit und zu Schulabbrechern. Dabei stehe Deutschland gut da: Mit 12,1 Prozent Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zu 20 Prozent in Frankreich könne sich das Bildungssystem sehen lassen. Und während in Deutschland acht Prozent der Schulabgänger ohne Schulabschluss ins Leben gehen, seien es in Frankreich und USA weit über 20 Prozent. In England würden 40 Prozent der Kinder in Privatschulen unterrichtet, in Frankreich 30 Prozent,in Deutschland seien es gerade mal sieben Prozent, was die Leistungsstärke staatlicher Bildungssysteme hierzulande unterstreiche.

Wäre da nicht die Pisa-Studie. Doch da gilt bei Prof. Brenner wiederum: "Pisa hat zu Fehlinterpretationen geführt." Finnland ist eine "bildungspolitische Puppenstube", als Vergleichsländer müsse man schon Frankreich, Italien und andere hernehmen. Der große Teil der gymnasialen Probleme komme von G8 und schließlich sei "der Bildungsjournalismus eines der Hauptprobleme in der Bildung".

Ein positives Resümee bleibt Brenner gleichwohl: Zum Glück seien es nicht die Gymnasien, die für schlechte Werte der Pisa-Studie sorgten.

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