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Lernen ohne Grenzen am veränderten Lernort Schule

Fünf Preisträger verschiedenster ethnischer Herkünfte, quer durch die Künste, interdisziplinär in den Schulfächern

22.09.2009

(Redaktion/PM) Fünf ausgewählte Kultureinrichtungen und ihre Partnerschulen würdigte Insa Lienemann, Vorstandsmitglied der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) e. V. stellvertretend für die Jury des Kulturpreises MIXED UP auf der Preisverleihung am 21. September 2009 in Hamburg: "Von Kultur und Schule gemeinsam ausgerichtete Projekte eröffnen Jugendlichen in besonderem Maße Chancen: Chancen der Beteiligung, der Partizipation und der eigenen Persönlichkeitsentwicklung."

Das Abschlussfestival zum Hamburger Jahr der Künste ot auf Kampnagel den passenden Rahmen für eine Veranstaltung, die von wissenschaftlicher Reflexion über politische Diskussionen bis hin zu eindrucksvollen künstlerischen Beiträgen von Jugendlichen ein vielfältiges Programm bot. In ihrem Grußwort betonte die Hamburger Bildungssenatorin Christa Goetsch die große Bedeutung, die Kultureller Bildung zur Erneuerung des Lernortes Schule zukommt.

Das Theaterpädagogische Zentrum (TPZ) Hildesheim erhielt den MIXED UP-Kulturpreis für sein erfolgreiches Projekt "Grenzöffnung – Wer ist Deutschland?" Hans-Peter Bergner übergab den Gewinnern als Stellvertreter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) Urkunden als Symbol der Anerkennung, hinter dem ein Preisgeld in Höhe von 2500 Euro steht. "Auch dem Bund können die Ansätze durchaus als Vorbild dienen, zukünftig noch stärker über Ressorts hinweg zusammenzuarbeiten, um das Querschnittsthema ´Bildungskooperationen´ voranzutreiben", so Bergner. Die ebenfalls für das Projekt "Tamars wundersame Rettung 1944 "ausgezeichneten Preisträger, der Lern- und Gedenkort Jawne, gemeinsam mit der Kölner Grundschule Mülheimer Freiheit 99, kamen in Begleitung der Zeitzeugin und Initiatorin des Projektes Tamar Dreifuss nach Hamburg. Aus erster Hand erfuhren die Zuschauer/innen, wie sie ihre Lebensgeschichte in einem mit Kindern entwickelten Bilderbuch, das in Kürze erscheint, dokumentiert. Claudia Feest vom Berliner Netwerkprojekt "TanzZeit – Zeit für Tanz in Schulen", verwies bei Entgegennahme ihrer Auszeichnung auf den hohen Stellenwert einer gemeinsamen Qualitätsentwicklung der Kooperation für das Gelingen von Kulturangeboten. Die Schüler/innen der Gesamtschule Horn beeindruckten die Zuschauer/innen mit einem musikalischen Auftakt: Auf eigens in ihrer Schülerfirma hergestellten Instrumenten präsentierten sie sich, unterstützt von dem Künstler Christian von Richthofen, als rhythmisch versiertes "Cajon-Orchester". Unter dem Titel "Wood´n´Box" zählt auch dieses Projekt zu den diesjährigen preisgekrönten Kulturangeboten an Schulen.

Der unter der Schirmherrschaft der Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen jährlich ausgerichtete Wettbewerb MIXED UP stand 2009 ganz unter dem Motto "Bildungsbarrieren abbauen – Chancen fördern". Als besonderes Beispiel dafür, wie es mit Kunst und Kultur gelingen kann, soziale und kulturelle Barrieren zu überwinden, wurde das Bremer Projekt "KonTakt" mit dem Sonderpreis "Lebenskunst lernen" ausgezeichnet. Auf ungewöhnliche Weise hat das Netzwerk, u. a. bestehend aus der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und der Förderschule Evangelisch-lutherisches Wichernstift, ein integratives und generationsübergreifendes Tanz- und Bewegungstheater auf dem Land ins Leben zu rufen. "Verbinden, statt trennen – das ist Ihr Erfolgsrezept", so Tom Braun von der BKJ in seiner Laudatio. "Da, wo unser Schulsystem und unser Kulturwesen immer noch in einer Logik der Trennung denken und handeln, haben Sie Bildungsbarrieren abgebaut. Sie haben Möglichkeiten geschaffen, Vielfalt als Ressource und Lernfeld für eine belastbare Lebenskunst zu aktivieren."

Dass Bildungsbarrieren abgebaut werden müssen, damit eine neue Kultur der Begabtenförderung für alle möglich wird, bekräftigte Prof. Dr. Olaf-Axel Burow von der Universität Kassel in seinem Vortrag: "Kultur und Schule müssen ein kreatives Feld der Bildung schaffen, indem eine anregungsreiche, vielfältige Umgebung Intelligenz in einer multiplen Dimension fördert. Den Weg dorthin kann das Modell der KulturSchulen ebnen." Eine Diskussionsrunde auf dem Podium bekräftigte diese These und verdeutlichte gleichzeitig, dass des zur Umsetzung der Forderung "Jedem Kind seiner Kunst!" vielerorts noch an wichtigen Ressourcen und Maßnahmen zur Struktur- und Qualitätsentwicklung fehle. Trotz der Feststellung, dass es auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und kultureller Teilhabe noch Einiges aufzuholen gilt, waren sich die Teilnehmer/innen des Fachforums darüber einig, dass das "Lernziel Lebenskunst" mittels kultureller Schulentwicklung gelingen kann. Denn dies beweisen die MIXED UP-Preisträger in ihrer täglichen Bildungspraxis.

www.mixed-up-wettbewerb.de

Weitere Informationen zu den Gewinnern des MIXED UP-Kulturpreises 2009:

Projekt "KonTakt - ein integratives Bewegungstheater"
Deutsche Kammerphilharmonie
www.kammerphilharmonie.com

Projekt "Grenzöffnung - Wer ist Deutschland?"
Theaterpädagogisches Zentrum Hildesheim
www.tpz-hildesheim.de

Projekt "Horner Nachtcafé / Wood'n'Box"
Musikprofil der Gesamtschule Horn
www.musik-in-horn.de

Projekt "Tamars wundersame Rettung 1944"
Lern- und Gedenkort Jawne
www.jawne.de

Projekt "TanzZeit - Zeit für Tanz in Schulen"
TanzZeit
www.tanzzeit-schule.de


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