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Gute Ausbildung doch kein Schutz vor Arbeitslosigkeit?

Verwirrende DGB-Studie zur Arbeitslosigkeit Hochqualifizierter

12.10.2009

(redaktion/pm) Abiturienten haben derzeit besonders schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dies hat eine DGB-Sonderauswertung der offiziellen Arbeitsmarktstatistik ergeben. Demnach liegt die Zahl der Menschen mit Fach- und Hochschulreife, die einen Job suchen, um fast ein Viertel höher als im Vorjahr. Bei Personen mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife fiel der Zuwachs geringer aus (10,8 bzw. 5,4 Prozent).

Der Autor der Untersuchung, der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy, kommt zu dem Fazit: "Die Arbeitslosenquote ist seit längerem für geringqualifizierte Arbeitskräfte etwa fünfmal größer als bei jenen mit einem hohen formalen Bildungsniveau. Doch in der aktuellen Krise hat sich auch das Risiko für jene deutlich erhöht, die erfolgreich das Abitur abgeschlossen haben oder einen äquivalenten Abschluss erwoben haben. Auch eine schulische Ausbildung kann schnell wieder entwertet werden. Ein hohes formales Bildungsniveau schützt längst nicht immer vor Arbeitslosigkeit und teils auch nicht vor Armut. Hartz IV-Empfänger dürfen keinesfalls immer mit geringqualifizierten Langzeitarbeitslosen gleich gesetzt werden. Gut 200.000 arbeitslose Hartz IV-Empfänger haben immerhin Abitur oder einen vergleichbaren Abschluss. In keiner anderen Personengruppe ist die Hilfebedürftigkeit so stark gestiegen wie bei jenen mit höherem Bildungsabschluss. Besonders betroffen sind dabei in Ost und West die Altersgruppen der 25- bis 34-Jährigen. Dies gilt für das Hartz IV-System wie die Arbeitslosenversicherung gleichermaßen."

Kritik erntete die DGB-Studie von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. (vbw). Dessen Hauptgeschäftsführer, Bertram Brossardt sieht sogar "viele Tatsachen verdreht".

So negiere die Untersuchung, dass eine umfassende und gute Ausbildung immer noch der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit ist. Dies zeigten die absoluten Zahlen, so Brossardt. "Es gibt 1,8 Millionen Menschen mit Hauptschulabschluss oder ganz ohne Schulabschluss, die arbeitslos oder auf Hatz IV-Leistungen angewiesen sind. Die Zahl der Menschen mit Hochschulreife in diesem Rechtskreis liegt hingegen nur bei rund einem Viertel dieses Werts." Brossardt empfahl, sich bei der Beurteilung der Fragen an diesen absoluten Zahlen zu orientieren. "Diese sind aussagekräftiger als die prozentualen Steigerungen der DGB-Studie, die von einem jeweils völlig unterschiedlichen Ausgangsniveau ausgehen."

Die Studie setze das völlig falsche Signal, so Brossardt: "Angesichts der Äußerungen des DGB könnte man glatt meinen, es sei schädlich, wenn man sich um eine gute Ausbildung bemüht. Das verunsichert Gymnasiasten und Studierende zutiefst und leistet daher keinen qualifizierten Beitrag zur Bewältigung der Probleme auf dem Arbeitsmarkt."


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