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Schulfach Astronomie gefordert

Offener Brief an Bund und Länder

Mehr zu: MINT-Fächer, Naturwissenschaften, Schule
13.11.2009 -

(redaktion) In einem offenen Brief haben 275 Organisationen, Wissenschaftler und Lehrer an den Bund und die Länder appelliert, Astronomie bundesweit als Pflichtfach an den Schulen einzuführen. In der DDR war Astronomie reguläres Fach, jetzt existiert dieses Schulfach nur noch in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. In Jena, Halle und Rostock werden Astronomielehrer ausgebildet.

Veröffentlicht wurde der Brief anlässlich der Woche der Schulastronomie, die im Rahmen des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 vom 9. bis 15. November stattfindet. Zu den Unterzeichnern gehören Professoren, Astronauten und Mediziner, Historiker, Philosophen und Schulleiter. Auch sechs nationale und internationale astronomische Vereinigungen sowie der Deutsche Kulturrat und die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin haben sich dem Appell angeschlossen.

Die Unterzeichner fordern bundesweit zwei Jahreswochenstunden Astronomie im letzten Schuljahr der Mittelstufe für alle Schüler und eine Flächen deckende Ausbildung von Astronomielehrern.

Zudem sollten astronomische Inhalte ab der Grundschule in allen allgemein bildenden Schulen eine Rolle spielen und alle Schüler erreichen. Dem Pflichtfach Astronomie am Ende der Mittelstufe sollte sich in Gymnasien ein fakultativer Oberstufenkurs anschließen.

Wörtlich heißt es in dem Brief "Astronomieunterricht unterstützt viele andere Fächer, fördert vernetztes Denken und bietet den jungen Menschen zahlreiche Gelegenheiten, ethische Werte zu erschließen und Medienkompetenz zu erwerben. Beispielsweise ist das Fach Astronomie besonders geeignet, dem reichlichen Astrologieangebot der Medien eine wissenschaftliche Sichtweise entgegen zu setzten. Lehrer anderer Fächer verfügen eher selten über die dazu nötigen astronomischen, astronomiehistorischen und astronomiedidaktischen Voraussetzungen."

Den immer wiederkehrenden Forderungen zur Einführung weiterer Schulfächer wie etwa Wirtschaft und Gesundheitserziehung treten die Befürworter des Schulfachs Astronomie mit folgenden Argumenten entgegen. "Mitunter werden Wirtschaft, Rechtskunde und Gesundheitserziehung als eigenständige Unterrichtsfächer gefordert. Ökonomie und Jura sind aber zentrale Komponenten des unmittelbaren gesellschaftlichen Alltags. Deren allgemeinbildungsrelevanten Grundlagen können in Gesellschaftskunde im entsprechenden Kontext sogar noch lebensverbundener und effektiver vermittelt werden als in separaten Fächern. Analog passt das Thema Gesundheit inhaltlich gut in den Biologieunterricht. Die Natur- und Kulturwissenschaft Astronomie lebt aber vom Zusammenspiel so vieler Disziplinen, dass sie sich nirgendwo einordnen lässt." Nicht umsonst werde sie von den Vereinten Nationen als "basic science" hervorgehoben.

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