UNESCO: Krise nicht zu Lasten der Erwachsenenbildung
Mehr zu: Lebenslanges Lernen, Weiterbildung(dpa) – Die Bildungs- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen, UNESCO, hat eindringlich davor gewarnt, die globale Wirtschaftskrise als Rechtfertigung für Einschnitte in der Erwachsenenbildung zu missbrauchen. "In die Erwachsenenbildung investieren, heißt in Hoffnung und Chancen zu investieren und das ist Teil des Weges aus der Krise", sagte die Generaldirektorin der UN-Organisation, Irina Bokova, bei einer internationalen UNESCO- Konferenz in der brasilianischen Stadt Belém.
An der Konferenz vom 1. bis 4. Dezember nahmen Regierungsvertreter aus 156 Staaten teil, darunter mehr als 80 Bildungsminister. Bokova betonte, die Krise habe sich von den Topbanken in Städte und Dörfer auf der ganzen Welt ausgebreitet. Die Krise "trifft die Schwächsten am härtesten und macht die Welt unsicherer". Deswegen sei heute mehr denn je der Zeitpunkt, die Mittel in diesem Bereich zu erhöhen und die Kraft der Erwachsenenbildung zu erkennen, um Armut in Chancen zu verwandeln.
Die ehemalige bulgarische Außenministerin verwies zudem darauf, dass es heute weltweit unter den Erwachsenen 774 Millionen Analphabeten gebe. Zwei Drittel davon seien Frauen, und dies habe dramatische Konsequenzen für das Wohlergehen der Kinder und Familien. "So können wir keine verlässliche Zukunft aufbauen." Von deutscher Seite ist unter anderen der Präsident der deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, nach Brasilien gereist. Die CONFINTEA-Konferenz findet etwa alle zwölf Jahre statt. 1997 war zuletzt Hamburg Ausrichter der Tagung.
(dpa-Dossier Kulturpolitik 50/07.12.2009)
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