Noch bis 11. Januar 2010: "Unwort des Jahres 2009" gesucht
Unabhängige Jury entscheidet über den sprachlichen Missgriff des Jahres
Mehr zu: Auszeichnungen, Deutsch, Ethik, Werteerziehung, Sonderthemen(redaktion/PM) Zum 19. Mal seit 1991 soll das "Unwort des Jahres" bestimmt werden. Gesucht werden sprachliche Missgriffe in der öffentlichen Kommunikation, die 2009 besonders negativ aufgefallen sind, weil sie sachlich grob unangemessen sind und möglicherweise sogar die Menschenwürde verletzen. Dabei kann es sich um einzelne Wörter oder Formulierungen handeln, die in der Politik oder Verwaltung, in Kulturinstitutionen oder Medien, in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik oder in einem anderen Bereich öffentlich verwendet wurden. Vorschläge können von allen Deutschsprachigen im In- und Ausland gemacht werden. Eine Quellenangabe wird erbeten.
Seit Anfang 2009 sind bereits über 500 Vorschläge eingegangen, darunter sehr "unwortverdächtige" Sprachschöpfungen wie "Beiboot-Lösung" (Beschönigung von "Bad Bank"), "betriebsratsverseuchte Mitarbeiter", "erweiterter Suizid" (für Amoklauf), "Flüchtlingsbekämpfung", "Halteprämie" (für Spitzenmanager unmittelbar vor ihrem Ruhestand).
Die Entscheidung über das "Unwort des Jahres" trifft wie bisher eine unabhängige Jury. Wie oft ein bestimmter Vorschlag genannt wird, ist für die Entscheidung nicht maßgeblich. Sie besteht aus den vier ständigen Mitgliedern Prof. Dr. Margot Heinemann (Leipzig), Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a.M.) und Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf) sowie aus zwei für 2009 kooptierten Juroren, dem Redakteur Stephan Hebel (Frankfurter Rundschau) und dem Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach S.J. (Ludwigshafen).
Die bisherigen "Unwörter des Jahres" waren "notleidende Banken" (2008), "Herdprämie" (2007), "freiwillige Ausreise" (2006) "Entlassungsproduktivität" (2005), "Humankapital" (2004), "Tätervolk" (2003), "Ich-AG" (2002), "Gotteskrieger" (2001), "national befreite Zone" (2000), "Kollateralschaden" (1999), "sozialverträgliches Frühableben" (1998), "Wohlstandsmüll" (für Menschen, 1997), "Rentnerschwemme" (1996), "Diätenanpassung" (1995), "Peanuts" (1994), "Überfremdung" (1993), "ethnische Säuberungen" (1992) und "ausländerfrei" (1991). 2000 wurde außerdem ein "Jahrhundert-Unwort" gekürt: "Menschenmaterial".
Weitere Informationen unter www.unwortdesjahres.org.
Mein Vorschlag als "Unwort des Jahres 2010":
"schottern"
(Steine aus dem Gleisbett nehmen)
Diesen Vorschlag unterstütze ich gern, ein verniedlichendes Wort für einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr -ohne Rücksicht auf Menschenleben zur vermeintlichen Durchsetzung politischer Ziele- grenzt schon an terroristische Akte.
Mein Vorschlag zum Unwort des Jahres:
Westerwelle
Mein Vorschlag:
Rücktritt
Mein Vorschlag:
" S C H N E E "
Man kann den schon nicht mehr sehen.
"Schottern" ist nur deshalb ein Unwort, weil es eigentlich "entschottern" heißen müste.
Noch ein Vorschlag:
" M ü c k e n "
Ihr Tssssss . . .
. . . versetzt jeden in Panik.
Für mich ist das Unwort des Jahres
M i n d e s t l o h n
Alle machen sich Gedanken über Harz IV, anstatt den Menschen mehr zu geben die hart dafür arbeiten.
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