"Bildungsgipfel muss Interessen behinderter Kinder berücksichtigen"
Sozialverband Deutschland schreibt an Kanzlerin
Mehr zu: Bildungsgipfel, Deutschland, Förderschule, Inklusion, Sonderschulen, Schule(ots/redaktion) Das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern fordert der Sozialverband Deutschland (SoVD) in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Anlass ist der Bildungsgipfel, zu dem sich die Kanzlerin heute mit den Ministerpräsidenten in Berlin trifft, um über die Ausgaben für Bildung und Forschung zu beraten.
"Weit über 80 Prozent der behinderten Kinder werden hierzulande auf Sonderschulen verwiesen - mehr als 77 Prozent von ihnen verlassen die Schule ohne anerkannten Schulabschluss. Das Ziel, die Schulabbrecherquote zu halbieren und die Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu verbessern, ist nur zu erreichen, wenn die Bildungschancen behinderter Kinder in den Blick rücken", schreibt der Präsident des SoVD, Adolf Bauer.
Zudem müsse die Kanzlerin jetzt dafür sorgen, dass die Interessen behinderter Kinder in der Bildungsdebatte besser berücksichtigt werden. In seinem Schreiben ruft Bauer die Bundeskanzlerin dazu auf, sich stärker als bisher für diese Ziele einzusetzen.
Hintergrund für den Appell ist auch die UN-Behindertenrechtskonvention, die seit dem 26. März 2009 in Kraft ist. Die Bundesregierung hatte sich mit der UN-Konvention dazu verpflichtet, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern zu ermöglichen. SoVD-Präsident Bauer, der auch amtierender Vorsitzender des Sprecherrates des Deutschen Behindertenrates ist, hatte die Bundesregierung zuletzt anlässlich des internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen zum Handeln aufgerufen und einen verbindlichen Aktionsplan gefordert, mit dem die Konvention umgesetzt werden kann.
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