(dpa) – Die bayerische Wirtschaft sieht bei den Hochschulen des Freistaats großen Reformbedarf. Die Unis müssten internationaler werden und mehr Autonomie bekommen, um auch zukünftig sehr gute Fachkräfte auszubilden, sagte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt, am 14. Dezember in München. Er stellte die Studie "Mehr Exzellenz an bayerischen Hochschulen" vor, die im vbw-Auftrag von der Firma CHE Consult erstellt worden war. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sagte, man werde die Vorschläge in seinem Ministerium erörtern.
Heubisch stimmte einigen Forderungen des Papiers zu. So würden mehr ausländische Studenten und Dozenten sowie englischsprachige Seminare gebraucht. "Wir sind zu sehr auf uns selbst reflektiert", sagte Heubisch. vbw-Chef Brossardt sagte, in manchen Bereichen habe Bayern schon seine Spitzenposition im Hochschulbereich eingebüßt, etwa bei Kooperationen mit nicht-universitären Forschungseinrichtungen. Hier müsse die Zusammenarbeit intensiviert werden. "Die Studie ist ein erster Impuls für Veränderung."
Viele Studenten kritisierten zu Recht eine zu starke Verschulung, mangelnde Praxisrelevanz und überfüllte Vorlesungen, sagte Brossardt. Als Maßnahmen für ein besseres Uni-System nannte der Hauptgesellschafter von CHE Consult, Detlef Müller-Böling, den Ausbau von Teilzeit- Studiengängen. Personalentscheidungen müssten ausschließlich den Hochschulen überlassen werden. An der Studie wirkten den Angaben zufolge 60 deutsche und ausländische Experten aus der Wirtschaft und dem Hochschulbereich mit.
(dpa-Dossier Kulturpolitik 52/53 21.12.2009)