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Pinkwart: Kindergeld direkt an Studenten zahlen

"Wichtiger Grundbaustein für die Studienfinanzierung"

Mehr zu: BAföG, Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Stipendien, Hochschule
29.12.2009 -

(redaktion) Der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart hat jetzt gefordert, das Kindergeld direkt an Studenten auszuzahlen und nicht an ihre Eltern. Pinkwart, der sich seit einiger Zeit für ein bundesweites Stipendiensystem engagiert, will damit erreichen, dass Studierende sich das Studium nicht mehr durch Nebenjobs finanzieren müssen.

"Der Staat fördert Familien über Kindergeld und Kinderfreibetrag mit großen Summen", erklärte Pinkwart gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD). "Wenn wir es schaffen, dieses Geld den Studierenden direkt auszuzahlen, wäre das ein wichtiger Grundbaustein für die Studienfinanzierung."

Bei seinem Vorschlag orientiert sich der stellvertretende FDP-Vorsitzende am skandinavischen Modell der Studienfinanzierung: Dort unterstützt der Staat die Studenten direkt, die Eltern erhalten kein Kindergeld. Pinkwart räumte allerdings gegenüber der Zeitung ein, dass dies in Deutschland eine rechtlich "sehr komplizierte Materie" sei. "Aber wir sollten sie angehen", so der nordrhein-westfälische Wissenschaftsminister.

2 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Wedernoch, am 30.12.2009, 12:00

Ist das wieder ein FDP-Vorschlag, der davon ausgeht, dass wir nur ein wenig umverteilen müssen? Wer bezahlt denn den Wohnraum der Kinder/StudentInnen weiter, während sie studieren? Oder sollen wir schnell mal in eine kleinere Wohnung ziehen? Und eine Unterstützung durch die Eltern erfolgt ja trotz des Eigenfinanzierungsanteils. Es ist wohl wieder heiße Luft, denn die, die die FDP im Blick hat, haben keine existenziellen Geldsorgen.

Ohne eine Auswertung des skandinavischen Landes zu kennen, ist es schwer etwas darüber zu sagen.

Mehr und mehr werden die Verhältnisse wieder restauriert. Tja, wer hat sie gewählt?

von bigmama, am 06.01.2010, 18:04

Nach meiner Ansicht geht es hier nicht nur um eine Umverteilung, sondern darum, ganz klar ein Argument zu haben gegen die Abschaffung der Studiengebühren. Wenn man Studierenden das Kindergeld direkt zufließen läßt (in der Regel erhalten diese das Kindergeld sowieso von den Eltern zum Lebensunterhalt- dies zumindest ist meine Erfahrung), dann haben Sie ja Einkommen, um die Studiengebühren zu begleichen - also warum sollte man dann Studiengebühren wieder abschaffen. Wie die Studenten dann die Lebenshaltungskosten zu bestreiten haben, ist deren Problem. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit, Bafög auf Darlehensbasis zu beantragen, auch wenn man sich dann auf Jahre hinaus verschuldet.

Das zweite , was mir bei diesem Artikel sofort ins Auge fällt ist, daß hier mal wieder durch Politiker versucht wird, Familien auseinanderzu dividieren - hier die Eltern, die das Kindergeld "kassieren" - dort die erwachsenen Kinder, denen das Kindergeld "eigentlich zusteht". Als ob nicht die Eltern in 80% der Fälle sowieso sowohl für den Unterhalt als auch zum Teil für die Studiengebühren aufkommen. Wäre das nicht so, dann gäbe es noch weitaus mehr Abiturienten, die nach dem Gymnasium auf das Studium verzichten und eine Ausbildung beginnen. Die Kosten , die also von Eltern für Ihre studierenden Kinder geleistet werden, sind um ein vielfaches Höher, als das Kindergeld.

Aber diese Einstellung kennt man ja von der FDP - gezählt und als wichtig befunden wird nur die Meinung von "Leistungsträgern", die sich in einer gutdotierten wirtschaftlich erfolgreichen Position befinden. "Leistungsträger" wie zum Beispiel Familien dagegen, sind Faktoren, die "Transfer-"Leistungen erhalten, und deshalb nicht wirklich förderungswürdig.


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