Jeder dritte Schüler ohne Frühstück
Probleme bei Konzentration und Leistungsfähigkeit
Mehr zu: Deutschland, Ernährung, Gesundheit, Schulobst, Schule(dpa) – Jeder dritte Schüler sitzt morgens mit leerem Magen im Unterricht. Das ergab eine Zusatzauswertung der aktuellen Studie zur Schülergesundheit der Deutschen Angestellten-Krankenkasse(DAK).
Danach hänge das Essverhalten am Morgen stark vom Alter und vom Schultyp ab, sagte ein Sprecher am 3. Februar. Während 43 Prozent aller Berufsschüler das Haus mit leerem Magen verließen, seien es unter Gymnasiasten nur 15 Prozent. Die Leuphana Universität Lüneburg hat für die Studie 4500 Jungen und Mädchen im Alter von zehn bis 21 Jahren in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Thüringen befragt.
Je älter die Schüler sind, umso seltener frühstücken sie den Angaben zufolge zu Hause. Von den zehn- bis 13-Jährigen kommt laut Studie nur ein Fünftel ohne Frühstück in die Schule. Hingegen sind es bei den 18- bis 21-Jährigen 45 Prozent, die selten oder nie morgens zu Hause etwas essen.
"Wer ohne Frühstück zur Schule geht, bekommt schneller Probleme bei der Konzentration und Leistungsfähigkeit", sagte die Ernährungsexpertin Silke Willms. Auch wenn in erster Linie die Eltern für die Ernährung und die Gesundheit ihrer Kinder verantwortlich seien, zeigten die Ergebnisse, dass das Essverhalten an den Schulen stärker thematisiert werden müsse. Die Krankenkasse begrüßte in diesem Zusammenhang das neue EU-Programm für Schulobst. Danach bekommt Deutschland allein 20 Millionen Euro für frisches Obst an Schulen, wenn die gleiche Summe von den Bundesländern gegenfinanziert wird. 18 Staaten haben das Programm bisher eingeführt. In Deutschland verzichten Niedersachsen, Hessen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wegen der ihrer Ansicht nach hohen Kosten und bürokratischer Hürden auf das Programm.
(dpa-Dossier Bildung Forschung 06/08.02.2010)
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