(redaktion/NOZ) Das Chaos bei der Vergabe von Studienplätzen wird sich nach Einschätzung des Deutschen Studentenwerks auch zum kommenden Semester fortsetzen. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) äußerte der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, es sei unzumutbar, "dass Studenten teilweise erst im achten oder neunten Nachrückverfahren ihren Studienplatz zugewiesen bekommen."
Die Umstellung auf die Bachelor- und Masterstudiengänge und die damit verbundenen Anwesenheitspflichten sowie der hohe Prüfungsdruck stelle von Beginn an hohe Anforderungen an die Studenten: "Wie sollen die Studenten bei den Vorlesungen anwesend sein und ihre Leistungen erbringen, wenn sie noch nicht mal wissen, wo sie studieren?" Damit würde, so Meyer auf der Heyde, den jungen Menschen der Studienstart nachhaltig verhagelt.
Trotz einer erhöhten Nachfrage blieben viele Plätze unbelegt: Nach "Spiegel"-Informationen seien im laufenden Wintersemester sogar vier Wochen nach Semesterbeginn noch 18.000 Studienplätze frei geblieben.
Die Studentenwerke sehen auch die Universitäten in der Verantwortung für das Zulassungschaos: "Die Universitäten wollten mehr Mitsprache bei der Auswahl ihrer Bewerber, jetzt sollten sie dieser Aufgabe auch gerecht werden." Nicht nur die Studierbarkeit der Bachelor- und Masterstudiengänge müsse gewährleistet sein, sondern auch eine fristgerechte Vergabe der Plätze, nötigenfalls auch mit zusätzlichem Personal.
Die vom Bundesbildungsministerium für das Winterseemester 2011/12 angekündigte onlinebasierte Zuweisung der Studienplätze, bei der Bewerber und Unis mithilfe einer zentralen Steuerung jederzeit über den Vergabeprozess informiert werden sollen, kommt für Meyer auf der Heyde im Hinblick auf die derzeitige Situation allerdings viel zu spät. Alle Beteiligten sollten vielmehr überlegen, ob eine Rückkehr zur zentralen Vergabe durch die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) nicht sinnvoll sei, um für die Studienanfänger einen guten Start sicher zu stellen.