(redaktion) Schwere Vorwürfe gegen das bayerische Kultusministerium hat der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Klaus Wenzel, erhoben: Auf Druck der Behörde sollen Schüler des achtjährigen Gymnasiums besser benotet werden. "Mir wurde mitgeteilt, dass das Kultusministerium Schulleitern die versteckte Anweisung erteilt hat, man solle nachhelfen, dass G-8-Schüler nicht schlechter abschneiden als die Schüler auf dem G9", sagte Wenzel gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
Wenzels reagierte damit unter anderem auf eine Erhebung, die Spaenle am Dienstag veröffentlicht hatte: Danach schnitten die Elftklässler des G8 in den Halbjahreszeugnissen in der Regel besser ab als die Zwölftklässler des letzten G-9-Jahrgangs. Damit sollte die Befürchtung vieler Eltern widerlegt werden, dass der Leistungsdruck zu schlechteren Noten bei den G-8-Schülern führe.
Damit G-8-Schüler besser abschneiden, so Wenzel gegenüber der Zeitung, seien auch die mündlichen Noten aufgewertet worden. Bei den G-8-Schülern wird die Gesamtnote zu gleichen Teilen aus mündlicher und schriftlicher Teilnote errechnet, bei den G-9-Schülern zählt die schriftliche Note weiterhin doppelt. Mündliche Noten, so Wenzel, fielen aber erfahrungsgemäß immer besser aus, deshalb seien die G-8-Schüler im Vorteil.
"Als eine Behauptung, die jeglicher Grundlage entbehrt", hat das Kultusministerium umgehend den Vorwurf des BLLV-Chefs bezeichnet. Mit seiner unbegründeten Unterstellung habe er die Integrität von Lehrkräften und Schulen bei der Notengebung in Frage gestellt und beschädigt.