(red) Bundesbildungsministerin Annette Schavan fordert jetzt Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal an Bildungseinrichtungen. Nach einer Serie von Skandalen an Schulen und Internaten der katholischen Kirche war am Samstag bekannt geworden, dass auch an der hessischen Odenwaldschule, einer Vorzeige-Institution der Reformpädagogik und UNESCO-Modellschule in Heppenheim, Schüler regelmäßig missbraucht worden waren.
Zunächst waren Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg bekannt geworden, es folgten unter anderem Kloster Ettal, das Vinzenzwerks Handorf in Münster und das Internat Etterzhausen. In 20 von 27 deutschen Bistümern sollen Kirchenleute ihnen anvertraute Kinder missbraucht haben, schreibt BILD am Sonntag.
Wie die Frankfurter Rundschau am Samstag berichtete, sollen auch an der Odenwaldschule zwischen 1970 und 1985 mindestens 50 Schüler missbraucht worden sein.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte heute gegenüber BILD am Sonntag, sie werde "in den nächsten Tagen mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz und den Vorsitzenden der Lehrerverbände darüber beraten, welche konkreten Maßnahmen wir ergreifen, um weiteren Fällen von Missbrauch vorzubeugen, Opfern zu helfen und damit Vertrauen auch bei Eltern wiederherzustellen." "Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder vor Gewalt und Missbrauch in pädagogischen Einrichtungen geschützt sind", so Schavan wörtlich gegenüber der Zeitung.