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Bildungsföderalsimus

Schavan will Bildungsföderalismus weiterentwickeln

Eröffnungsrede auf der didacta in Köln

Mehr zu: Bildungsgerechtigkeit, Bildungsmessen, didacta - die Bildungsmesse, Föderalismus, Schavan, Sonderthemen
16.03.2010 -

"Bildung geht alle an. Die Gesellschaft erwartet, dass wir nicht länger über Zuständigkeiten streiten, sondern Lösungen auf den Weg bringen, die den Kindern helfen." Mit diesem Statement hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan heute Morgen die didacta in Köln eröffnet.

Deutlich setzte sich Schavan für eine "Weiterentwicklung im Bildungsföderalismus" ein. Der Föderalismus habe dort seine Berechtigung, wo er zum Wettbewerb um neue Ideen und gute Lösungen einlade. Aber dort, wo er die gemeinsame Arbeit an guten Lösungen für die Zukunft der Kinder behindere, müsse er weiterentwickelt werden.

"Deshalb bin ich der Meinung, dass wir die Kooperationsmöglichkeiten im Grundgesetz erweitern müssen. Bisher gestattet das Grundgesetz Bund und Ländern die Zusammenarbeit im Bildungsbereich nur, wenn es um die Feststellung seiner Leistungsfähigkeit geht – das heißt bei Studien und Analysen. Was spricht dagegen, dass Bund und Länder sich darauf verständigen, dass sie die Leistungsfähigkeit unseres Bildungssystems nicht nur gemeinsam "feststellen" sondern auch gemeinsam "sicherstellen" wollen?", so Schavan wörtlich.

In ihrer Eröffnungsrede legte Schavan den Fokus auf die Bildungsgerechtigkeit. Gelingen könne diese nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran mitwirkten. Die didacta 2010, so Schavan, werde Impulsgeber sein und zeigen, dass Bildungsgerechtigkeit die moderne Antwort auf die Frage nach Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert sei. "Der Kampf gegen Bildungsarmut müsse zu der sozialen Bewegung der kommenden Jahre werden", so die Bundesbildungsministerin.

Europas größter Bildungsevent findet in diesem Jahr mit rund 800 Ausstellern und mehr als 1.500 Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen wieder in Köln statt. Die Bildungsmesse, die zugleich größte zentrale Weiterbildungsveranstaltung für Lehrer, Erzieherinnen, Ausbilder und Weiterbildner ist, erwartet rund 100 000 Besucher. Die Aussteller warten mit neusten Lernmaterialien, Lernkonzepten und Lernumgebungen auf, in den Foren wird der Fokus auf aktuelle Entwicklungen, Aussichten und Visionen, aber auch auf strittige Themen, gelegt. Die nächste didacta findet im Februar 2011 in Stuttgart statt.

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