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Bayern

FDP will Lehrer schulartübergreifend ausbilden

Mehr zu: Bayern, Hauptschule, Lehrerbildung, Hochschule
12.04.2010 -

(dpa) – Die FDP macht Druck für weitere Reformen in der bayerischen Schulpolitik. Bildungsexpertin Renate Will (FDP) plädiert für grundlegende Änderungen in der Lehrerausbildung. Bayerns Lehrer sollen mittelfristig nicht mehr wie bisher streng getrennt nach Schulart ausgebildet, sondern flexibel je nach Bedarf eingesetzt werden – so dass ein Realschullehrer auch an der Mittelstufe des Gymnasiums unterrichten könnte. "Wir können es uns nicht länger leisten, neue Lehrer nur mehr rein schulartbezogen auszubilden und zu verbeamten", sagte Will in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

"Lehrer müssten mittelfristig zumindest in der Sekundarstufe I wechselseitig einsetzbar sein, um mehr Flexibilität ins System zu bringen. Die Grundlagen in Erziehungswissenschaft und Didaktik sollten für alle Schularten harmonisiert werden." Hintergrund ist, dass die Verteilung der Lehrer an den Schulen mit dem schnellen Wandel in der Schullandschaft nicht Schritt gehalten hat. Hauptschullehrer unterrichten vielerorts vor leeren Bänken, während es an vielen Realschulen und Gymnasien große Klassen gibt. Will plädiert außerdem für einen Ausbau der Kooperation zwischen Hauptund Realschulen. "Wir werden im nächsten Jahr etwa 20 Kooperationsmodelle von Haupt- und Realschulen haben. Es wäre mein Lieblingsmodell, wenn wir das flächendeckend anbieten könnten", sagte Will – betonte aber, dass die FDP keinen Zusammenschluss der beiden Schularten anstrebt.

"Die Fusion von Haupt- und Realschule steht für uns derzeit nicht zur Debatte. Sie ist auch nicht Gegenstand des Koalitionsvertrages von CSU und FDP." Ziel der FDP sei es, "verkrustete Schulstrukturen aufzubrechen". Es mache aber keinen Sinn, alles umzukrempeln und einfach neue Strukturen über zu stülpen. "Das muss wachsen." Das von der CSU favorisierte Modell ist dagegen die Umwandlung der Hauptschule in die Mittelschule, die im nächsten Schuljahr startet.

Carsten Hoefer (dpa-Dossier Bildung Forschung 15/12.04.2010)


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