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Nationales Bildungspanel

Kindergärten, Schulen und Hochschulen werden befragt

NEPS startet vier Haupterhebungen

Mehr zu: Bildungsbericht, Lebenslanges Lernen, Schavan, Statistik, Kindergarten / Vorschule, Schule, Hochschule, Sonderthemen
16.04.2010 -

(red/idw) Anfang des Jahres 2009 gab Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan den Startschuss für das Nationale Bildungspanel (National Educational Panel Study, NEPS), die bisher größte Bildungsstudie in Deutschland.

Angetreten in einem Kooperationsnetz mit über 20 national und international anerkannten Forschungseinrichtungen, stellt sich das Nationale Bildungspanel - finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und international begutachtet durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - der Aufgabe, Bildungsprozesse und die Entwicklung unterschiedlicher bildungsrelevanter Kompetenzen über die gesamte Lebensspanne nachzuzeichnen. Dabei sollen insgesamt 60.000 Personen befragt werden. Im ersten Projektjahr konnten bereits erste Piloterhebungen mit Erfolg durchgeführt werden. Außerdem ging die Erwachsenenkohorte mit Personen im Alter von 23 bis 64 Jahren als erste von insgesamt sechs Startkohorten ins Feld.

Das Besondere des Nationalen Bildungspanels ist die Dokumentation und theoriegeleitete Untersuchung von Bildungsverläufen - und dies über den gesamten Lebenslauf. Die fünf zentralen Forschungsperspektiven, die auf alle relevanten Übergänge im Bildungssystem bezogen werden, sind: (1) die Entwicklung von Kompetenzen im Lebenslauf, (2) Bildungsprozesse in lebenslaufspezifischen Lernumwelten, (3) soziale Ungleichheit und Bildungsentscheidungen, (4) Bildungsprozesse von Personen mit Migrationshintergrund und (5) Erträge von Bildung.

Im Herbst 2010 starten nun vier weitere Haupterhebungen (Vierjährige im Kindergarten, Fünftklässler, Neuntklässler, Studienanfänger). Konkret bedeutet dies, dass das NEPS in den kommenden Monaten in ganz Deutschland auf Kindergärten, Schulen und Hochschulen zugehen und diese um Mitwirkung am Nationalen Bildungspanel bittet.

Die Eltern von Kindergartenkindern werden um die Teilnahme an Elternbefragungen gebeten und die Kinder nehmen an spielerischen Erhebungen zu ihren kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten teil. Die ersten Erfahrungen aus kleineren Vorstudien zeigen, dass sowohl die Elternbefragungen als auch die kindgerechten Rätselspiele von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr positiv aufgenommen werden. Schließlich kommen im Kindergarten auch die Erzieherinnen und Erzieher zu Wort.

In den Schulen werden ebenfalls Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und ihre Lehrkräfte an der Studie teilnehmen. Diese Personengruppen werden in der Regel einmal jährlich kontaktiert, in besonders "entscheidungsintensiven" Phasen, wie z. B. dem Wechsel in das Ausbildungssystem, auch häufiger. "Die große Herausforderung in den schulischen Kohorten ist es, die Personen auf ihren individuellen Lebenswegen zu begleiten - unabhängig davon, ob etwa nach der Schule eine berufliche Ausbildung oder ein Studium aufgenommen wird oder auch direkt der Eintritt in die Erwerbstätigkeit erfolgt," erklärt Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Leiter der Nationalen Bildungspanels.

An den Hochschulen stehen die Studierenden im ersten Fachsemester im Vordergrund. Diese werden auf ihrem Weg durch die Hochschule und später in den Beruf hinein begleitet und regelmäßig für kurze Interviews am Telefon und am Computer oder für interessante Kompetenztests kontaktiert.

Ergänzt werden diese Stichproben im Jahr 2012 durch eine sechste Startkohorte mit Müttern und ihren Neugeborenen. Die in den sechs Startkohorten erhobenen Daten werden umfassend dokumentiert und der nationalen und internationalen Wissenschaft zeitnah zugänglich gemacht. Diese Daten bieten ein reichhaltiges Analysepotential für all jene Disziplinen, die an der Erforschung von Bildungs- und Ausbildungsprozessen interessiert sind, und verbessern die Grundlagen für eine evidenzbasierte Politikberatung in Deutschland.

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