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Nordrhein-Westfalen

Wieder Probleme beim Zentralabitur

Wissenschaftler: "Eine Zumutung für Schüler und Lehrer"

Mehr zu: Abschlussprüfungen, Klausuren, Nordrhein-Westfalen, Zentralabitur, Schule
20.05.2010 -

(red) "Zentralabitur 2010 – schriftlicher Teil tadellos beendet" – erklärte das nordrhein-westfälische Schulministerium in der vergangenen Woche. Doch ganz so glatt scheint es wohl nicht gelaufen zu sein. Denn erneut gab es Probleme im Fach Mathematik, berichtet jetzt Professor Franz-Reinhold Diepenbrock von der Universität Wuppertal.

Bild: bikl.de

Weil Würfel-Beispiele in der Stochastik eigentlich zum ganz Einfachen gehören, konnte bei der Würfel-Aufgabe im NRW-Zentralabitur 2010 nicht viel schief gehen - das sollte man meinen. In der Tat gab es an drei Aufgabenteilen auch kaum etwas auszusetzen. Aber der Aufgabenteil c hatte es in sich: Formulierungen, die bewährtem statistischem Sprachgebrauch widersprechen und folglich verwirren mussten, Nebensatzkonstruktionen an der Grenze der Verständlichkeit, eine unsinnige Formulierung - und dann noch in der sogenannten CAS-Version der Aufgabe eine fehlerhafte Vertauschung von Nebensätzen, deren Klärung dann bei laufender Klausur nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer zum Nachgrübeln brachte. "Nichts, was in dieser Aufgabe eigentlich verlangt wurde, war unangemessen. Aber die Aufgabenstellungen bei Teil c in solch einer Form darzustellen, das ist verwirrend und eine Zumutung für Schüler wie Lehrer", erklärt Diepenbrock. Der Mathematikprofessor wundert sich: "Merkwürdig nur, dass trotz eines mehrstufigen Kontrollverfahrens beim Ministerium und trotz der Mitwirkung der unabhängigen Kommission das Endergebnis bei einer Aufgabe so aussieht!" Allerdings, so Diepenbrock weiter, stelle die Aufgabe gegenüber der von Experten als unsinnig bezeichneten "Basketball-Aufgabe" aus dem Zentralabitur 2008 schon einen Fortschritt dar.

Damals hatte Diepenbrock gemeinsam mit drei weiteren Professoren aus Essen, Dortmund und Bochum nachgewiesen, dass die im Bereich der mathematischen Stochastik gestellte Aufgabe durch die vollständige Vermischung zweier getrennter statistischer Begriffe unsinnig und damit unlösbar war. In ihrem offenen Brief erklärten die Wissenschaftler, dass die mathematischen Stochastik in den vergangenen Jahren durch die verbindliche Aufnahme in den Lehrplan im Mathematikunterricht zunehmend an Bedeutung gewonnen habe und in allen Mathematik-Lehramtsstudiengängen der Ruhr-Universitäten zum Pflichtbereich gehöre. Die Bemühungen der Universitäten, Lehramtsstudierenden wissenschaftlich einwandfreie Stochastikvorlesungen anzubieten, die später zu einem verbesserten Unterricht in den Schulen führen sollten, so die Wissenschaftler, würden durch die Erstellung unsinniger Aufgaben seitens des Ministeriums konterkariert.

Damals konnten die Abiturienten die Klausuren wiederholen. Und im September 2008 richtete dann das Schulministerium eine "Unabhängige Kommission zur Qualitätssicherung von zentralen Prüfungen" ein - angegliedert am Institut für Schulentwicklungsforschung der Universität Dortmund.

2 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Franz-Reinhold Diepenbrock, am 16.06.2010, 00:17

Nicht nur bei der Würfel-Aufgabe gibt es Probleme, sondern es findet sich auch ein erheblicher Fehler in der Modelllösung zu Teil b der Stochastik-Aufgabe M LK HT 8 (Aufgabe zu Meinungsumfragen). Eine Stellungnahme dazu ist in www.math.uni-wuppertal....STOCHASTIK_HT8.pdf

von maria, am 21.06.2010, 19:07

was machen die Schüler die begabt sind und der Lehrer kann es nicht rüberbringen,der Kurs

rutscht 2 bis 3 Noten runter,

man muss Ihn Dulden,auf Lasten der gesamten Schülern und Eltern,die kurz vorm ABI 12-13 Klasse sind.Das ist eine Zumutung.Der Rektor hat die Lehrer,andere hat man nicht basta.Man verlangt vom Schüler

hohe Aufassungsgabe,und vorrausschauendes Denken,in kurzer Zeit ,es findet sich kaum ein Lehrer der Sie heranführt.Man vergisst das 17-18 Jährige kaum Erfahrungen haben.Oder man gleicht das aus mit einen Privatlehrer ,das sich nicht jeder leisten kann .Manche Talente bleiben verborgen.Schade


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