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Schleswig-Holstein

Medizinerausbildung in Lübeck wird eingestellt

Hochschule: "Schwerwiegender politischer Fehler"

Mehr zu: Bildungsausgaben, Hochschullehre, Hochschulpakt, Hochschulstandort, Schleswig-Holstein, Studienwahl, Zeugnis, Hochschule
28.05.2010 -

(red/pm) In Schleswig-Holstein hat man offensichtlich mit dem Bildungssparen begonnen. Die "Empfehlungen zur Konsolidierung der Finanzen des Landes Schleswig-Holstein", am Mittwoch vom Kabinett gebilligt, sehen vor, das Medizinstudium an der Uni Lübeck einzustellen. Die Hochschule spricht von einem "schwerwiegenden politischen Fehler".

"Der Beschluss schädigt die Region und das Land in unabsehbarer Weise und darf nicht umgesetzt werden. Für die Universität zu Lübeck würde er das Ende bedeuten, für den Hochschulstandort Lübeck die Marginalisierung", heißt es in der Pressemitteilung der Hochschule.

"Das Medizinstudium wird aufgrund der begrenzten Ressourcen bei der Förderung exzellenter Forschung und Lehre nach Kiel verlagert", so die Empfehlungen der Haushaltsstrukturkommission. "Das Studienplatzangebot für Mediziner ist in Schleswig-Holstein überproportional groß gemessen an der Zahl der Studienplätze insgesamt. Ab dem Wintersemester 2011/12 werden deshalb keine neuen Studienanfänger für Medizin in Lübeck immatrikuliert. Wesentliche Haushaltsentlastungen treten ab 2015 mit ca. 24 Millionen Euro und ab 2018 mit ca. 26 Millionen Euro ein. Das Gesamtvolumen bis 2020 beträgt rund 150 Millionen Euro."

Der Beschluss sei falsch, kontert die Hochschule, "weil er (1.) die aktuelle wirtschaftliche Bedeutung der Medizintechnik für Schleswig-Holstein außer acht lässt und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten abwürgt, (2.) eine bundesweit in Forschung und Lehre hervorragend aufgestellte Universität opfert und (3.) ein vernichtendes Zeugnis für die Glaubwürdigkeit der Regierungskoalition ausstellt."

In der Presseerklärung zum Kabinettsbeschluss hatte Ministerpräsident Peter Harry Carstensen davon gesprochen, dass das Land trotz Sparmaßnahmen auch in den kommenden Jahren viel Geld ausgeben werde. "Wir investieren in Kindertagesstätten, in bessere Bildung, in Forschung, Wirtschaft und in Infrastruktur", so Carstensen.

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