Weiter Kritik an Olbertz – Humboldt-Uni schweigt
Mehr zu: Berlin, Habilitation, Personalia, Politische Bildung, Sachsen-Anhalt, HochschuleBerlin (dpa) – Sachsen-Anhalts früherer Ministerpräsident Reinhard Höppner (SPD) sieht die Glaubwürdigkeit des künftigen Präsidenten der Humboldt-Universität (HU), Jan-Hendrik Olbertz, durch dessen Habilitationsschrift aus dem Jahr 1989 beschädigt. Höppner warf Olbertz im MDR Kulturradio Figaro am 26. Mai eine "ideologische Überanpassung" vor. Die Schrift bezeichnete Höppner als "peinlich", heißt es in einer Mitteilung des Senders.
Olbertz ist bis Juni parteiloser Kultusminister in Sachsen-Anhalt. Im Oktober wechselt er offiziell an die Spitze der Berliner Uni. Zu Höppners Aussagen wollte sich Olbertz nicht äußern. Die HU schweigt bisher zu allen Angriffen auf Olbertz.
Der Erziehungswissenschaftler Olbertz hatte seine Habilitationsschrift 1989 vor dem Mauerfall eingereicht. Der DDR- Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk kritisierte die Arbeit vor wenigen Tagen auf einer Tagung des SED-Forschungsverbundes der Freien Universität – direkte Konkurrentin der HU – als marxistisch-leninistische Propagandaschrift.
Olbertz betonte in Zeitungsinterviews, die Arbeit sei frei zugänglich und der Inhalt lange bekannt gewesen. Der SED sei er zu DDR-Zeiten trotz enormen Drucks nicht beigetreten. Er habe früher ein paar Zugeständnisse gemacht, "aber nur mit Worten, vielleicht ein paar zu vielen". Die Schrift habe auch der Berufungskommission der Universität vorgelegen.
Die Humboldt-Universität nahm ihren künftigen Präsidenten, den sie im April mit großer Mehrheit an die Spitze wählte, bisher nicht öffentlich in Schutz. Der HU-Kuratoriumsvorsitzende Rolf Emmermann lehnte ein Interview am 26. Mai ab. Zur Aufgabe des Kuratoriums gehören Vorschläge für die Präsidentenwahl. Olbertz war der einzige Kandidat für die Wahl.
(dpa-Dossier Bildung Forschung 22/31.05.2010)
© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
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Marxistisch-leninistische Propagandaschrift? Macht nicht jeder Staat für sich Propaganda und selbst in der Schule müsssen die Schüler ihren Staat als Demokratie bezeichnen, damit sie gute Bewertungen erhalten.
Was ist am Marxismus-Leninismus schlechter als an der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft, wenn man mal etwas spitz fragen darf?
Wenn die heutige Kapitaldidaktur offiziel als Demokratie deklariert wird, kann man keinen Menschen verunglimpfen, der in diesem Staat angekommen ist und sich leidenschaftlich der Wissenschaft und Bildung verschrieben hat!!!
es verwundert, dass diese fragen erst heute gestellt werden und nicht bereits, als olbertz ins magdeburger ministeramt gehievt wurde. offenbar SOLLTE der parteilose damals NICHT in frage gestellt werden. dies wirft kein gutes licht auf medien und ddr-forschung.
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