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Schulstruktur

Schulfrieden in den 16 Ländern bleibt Vision

Mehr zu: Bildungschancen, Grundschule, Hamburg, Primarschule, Schulentwicklung, Schulstruktur, Volksentscheid, Schule
27.07.2010 -

(dpa) – Das Aus der Hamburger Pläne für eine sechsjährige Primarschule hat einen bundesweiten Schulfrieden wieder in weite Ferne gerückt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich gegen ein längeres gemeinsames Lernen aller Kinder aus. Dies könne nicht die Probleme des deutschen Bildungssystems lösen, sagte Merkel am 21. Juli in Berlin. Andere Unionspolitiker forderten ein Ende ideologischer Experimente im Bildungswesen. Mehrere Bundesländer halten dennoch an einer längeren gemeinsamen Lernzeit oder entsprechenden Vorhaben fest. Die Bildungsgewerkschaft GEW warnte davor, aus dem Ergebnis des Hamburger Volksentscheids voreilige Schlüsse zu ziehen.

In der Wählerschaft der Union gebe es "extreme Vorbehalte gegen alles, was nach Einheitsschule aussieht", sagte die CDU-Vorsitzende Merkel. Die Schulreformgegner hatten sich am 18. Juli beim Volksentscheid im Stadtstaat Hamburg klar durchgesetzt. Merkel kündigte in der Debatte an, dass sich die CDU im Jahr 2011 ein neues Bildungsprogramm geben werde. Zuvor war auch parteiintern Kritik daran laut geworden, dass die CDU in mehreren Koalitionen auf Landesebene Schulreformen mit einem längeren gemeinsamen Lernen zugestimmt hat. Im schwarz-grün regierten Hamburg hatte die Bürgerschaft das Reformpaket im März einstimmig verabschiedet.

Die Bürger hätten es satt, "dass ständig an den Schulstrukturen herumgedoktert wird", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am 19. Juli. Ähnlich äußerten sich der Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), sowie andere CDU-Bildungsminister aus den Ländern. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sieht die KMK jetzt in der Pflicht, alle Umbaupläne nach dem Hamburger Bürgervotum sofort zu stoppen. Der Deutsche Philologenverband forderte von den Ländern ein Moratorium, in den nächsten 10 Jahren auf Eingriffe bei der Schulstruktur zu verzichten. Kritik kam dagegen von Grünen und SPD.

Die Schulreformgegner hatten sich beim Volksentscheid klar durchgesetzt. Eine große Mehrheit der Bürger folgte dem Vorschlag der Reformgegner um die Initiative "Wir wollen lernen", die die vierjährige Grundschule beibehalten will. Hierfür stimmten 276 304 Bürger, 218 065 sprachen sich für die von allen Parteien im Parlament beschlossene sechsjährige Primarschule aus. Die Wahlbeteiligung lag bei insgesamt nur 39 Prozent; in den wohlhabenden Stadtteilen war sie allerdings höher.

Rossmann: Hamburger Schulreform ist weiterhin großer Wurf

Hamburgs grüne Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) will trotz der herben Niederlage weitermachen. Die Schulpolitik befinde sich in schwerer See. "Dann kann man nicht einfach das Schiff verlassen, sondern muss dafür kämpfen, dass das Schiff ordentlich wieder an Land kommt." Unterstützung erhielt sie von Hamburgs CDU-Chef Frank Schira: "Auch die CDU hat für diese Schulreform gekämpft." Es sei aber nicht gelungen, die Menschen zu überzeugen. Der Bildungssprecher der SPDBundestagsfraktion, Ernst-Dieter Rossmann, sagte: "Die Hamburger Schulreform bleibt ein großer Wurf – auch ohne die verlängerte Grundschule."

Zuvor hatte sich auch Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) für die Primarschule stark gemacht. Der Regierungschef kündigte am 18. Juli seinen Rückzug von dem Spitzenamt zum 25. August an. Der Schritt etwa zur Mitte der Legislaturperiode erfolge unabhängig vom Ausgang des Volksentscheids, betonte der amtsmüde 55-Jährige.

Unabhängig vom Votum der Bürger gegen die verlängerte gemeinsame Grundschulzeit wird es im Hamburger Schulsystem vom kommenden Schuljahr an nur noch zwei Schulformen geben: Gymnasien und sogenannte Stadtteilschulen. Die Gymnasien führen nach insgesamt 12 Schuljahren zum Abitur, die Stadtteilschulen nach 13 Jahren. Ähnliches ist in Berlin geplant. Goetsch betonte, jene Schulen, die bereits freiwillig als Primarschule arbeiteten, erhielten Bestandsschutz im Rahmen eines Schulversuchs. Schavan kritisierte in der ARD: "Vor allen Dingen ist in Hamburg der Eindruck erweckt worden, das Gymnasium sei Schuld an den Schwachstellen im Bildungssystem. Das war falsch und deswegen ist es so ausgegangen." Die Länder müssten sich auf die Eckdaten des Bildungssystems verständigen.

Sie hoffe nun, dass das Ergebnis des Volksentscheids auch ein Impuls dafür sei, "dass jetzt über die wirklich wichtigen Fragen des Bildungssystems nachgedacht wird und nicht jede Landesregierung findet, in dem Moment, an dem sie an der Regierung ist, könne sie die Schulstruktur ändern".

Spaenle nannte die Absage an die Schulreform ein "klares Signal für individuelle Förderung in einem differenzierten Schulwesen". Baden-Württembergs CDU-Landtagsfraktion sieht sich durch den Volksentscheid in ihrer Schulpolitik bestätigt. "Das ist eine Absage an jede Ideologie", sagte Fraktionschef Peter Hauk. Für Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) ist das Hamburger-Votum gegen die Schulreform ein "deutliches Signal gegen ideologischen Reformübereifer".

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Gegliedertes Schulwesen sprach von einem Warnschuss für die CDU. Der Verein "befürchtet, dass der generelle Vertrauensverlust in die Schulpolitik der CDU, verursacht durch Desinteresse und Feigheit und inzwischen auch Inkompetenz der CDU-Politiker, weiterhin zunehmen wird, wenn die CDU nicht endlich die Reißleine zieht, sogern sie das überhaupt noch kann", erklärte die Vorsitzende Regine Eckel in Göttingen.

Scharfe Kritik, wenn auch mit anderer Tendenz, kam von den Bundes- Grünen. Forschungsexpertin Krista Sager aus Hamburg sagte, es sei "ein Treppenwitz der Geschichte, dass diejenigen, die bisher am lautesten für die Kleinstaaterei bei der Bildung und am leidenschaftlichsten für den Wettbewerbsföderalismus bei den Schulsystemen eingetreten sind, nun dem Rest der Republik Bewegungslosigkeit verordnen wollen". Sie warf Schavan vor, sie habe sich an der Frage vorbeigedrückt, wie das Schulsystem sowohl leistungsfähiger als auch gerechter gestaltet werden könne.

Hamburgs Stopplicht bremst andere nicht aus

Der Hamburger Volksentscheid gegen eine sechsjährige Grundschulzeit hat nach Angaben der Berliner Senatsschulverwaltung keine Auswirkungen auf die Hauptstadt. Sechs Jahre Grundschule seien in Berlin breit akzeptiert, sagte Sprecher Martin Sand am 19. Juli. Es gebe in Berlin gute Erfahrungen damit, die Entscheidung für weiterführende Schulen erst später zu treffen. "Das ist eine solidere Grundlage", ergänzte Sand.

Auch in Brandenburg hat sich die sechsjährige Grundschulzeit aus Sicht des Bildungsministeriums bewährt. "Sie ist im Land voll akzeptiert", sagte Sprecher Stephan Breiding in Potsdam. Brandenburg und Berlin sind die einzigen Bundesländer, in denen Kinder erst zur siebten Klasse auf weiterführende Schulen wechseln. In Mecklenburg-Vorpommern sind die fünften und sechsten Klasse schulartunabhängige Orientierungsstufe.

Nach dem Ausgang des Volksentscheids in Hamburg sieht sich die Jamaika- Koalition an der Saar in ihrem Vorgehen bei der Schulreform mit einer fünfjährigen Grundschule weitgehend bestätigt. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) betonte am 19. Juli in Saarbrücken, die Reformpläne im Saarland sollten vor ihrer Umsetzung breit diskutiert werden, der "politische und vorpolitische Raum" solle mitgenommen werden. Bildungsminister Klaus Kessler (Grüne) unterstrich, die Saar-Regierung habe "von Anfang an einen behutsameren Weg" als der Hamburger Senat eingeschlagen. Nur vom dritten Koalitionspartner, der FDP, kamen skeptischere Töne. Der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Christian Schmitt, forderte, "das Ergebnis der Hamburger Volksabstimmung im Saarland sehr genau zu analysieren (...) Wir können jetzt nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren", erklärte er. Bei der Reform ist die Saar-Regierung auch auf Stimmen auf die Opposition von SPD und Linken angewiesen.

Das SPD-geführte Kultusministerium in Thüringen hält ebenfalls an seiner Schulreform für ein längeres gemeinsames Lernen fest. "Die Situation ist nicht vergleichbar", sagte Staatssekretär Roland Merten in Erfurt. "Die Hamburger wollten die Reform mit der Brechstange, wir setzen auf Freiwilligkeit bei Eltern, Lehrern und Schülern." Die CDU-Fraktion sprach dagegen von einer klaren Absage an Schul-Experimente.

Im CDU/SPD-regierten Thüringen startet zum neuen Schuljahr eine Pilotphase der neuen Gemeinschaftsschule, in der die Kinder bis zur achten Klasse gemeinsam lernen, bevor sie sich für die Regelschule oder das Gymnasium entscheiden. Sechs Schulen fangen an, weitere sollen nach Angaben von Merten im Laufe des Schuljahres genehmigt werden. Ziel ist, in allen Kreisen und kreisfreien Städten ein entsprechendes Angebot bereitzustellen.

GEW und VBE geben längeres gemeinsames Lernen nicht preis Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nannte den Hamburger Fall einen pädagogisch falschen und rückwärts gewandten Schritt der Verhinderung. "Die Angstkampagne der Reformgegner hat gesiegt. Es ist ihnen gelungen, bei vielen Menschen Verlustängste für die Lernbedingungen ihrer Kinder zu erzeugen", erklärte GEW-Bundeschef Ulrich Thöne. "Das Ziel des längeren gemeinsamen Lernens bleibt für die Bildungsgewerkschaft auf der bildungspolitischen Agenda."

"Verlierer sind mal wieder insbesondere die Kinder aus bildungsfernen Schichten", kommentierte der Bundesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann. "Längeres gemeinsames Lernen ist eine wichtige Stellschraube, um die in Deutschland besonders ausgeprägte Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft zu verringern." Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir rief seine Partei zum Nachdenken darüber auf, warum sich sozial Schwache nicht so stark an Volksentscheiden wie jüngst in Hamburg beteiligen. Es bestehe die Gefahr, dass die Begünstigten einer Reform wie in Hamburg "sich kaum an solchen Abstimmungen beteiligen", während "die Gegner besser situiert und besser vernetzt sind und durch ihren Bildungshintergrund besseren Medienzugang haben", sagte Özdemir der "Berliner Zeitung" vom 21. Juli. Bisher fordert die Ökopartei, mehr direkte Demokratie im Grundgesetz zu verankern.

Ursula Mommsen-Henneberger und Karl-Heinz Reith (dpa-Dossier Bildung Forschung 30/10-26.07.2010)


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4 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)
von Walter Thomann, am 28.07.2010, 05:21

Und nun? Was haben individuelle Differenzierung und Schulstruktur mit einander zu tun? Die Schulstruktur ist doch nur grobe "Verpackung" oder "Organisation" eines Rahmens, in dem dann - ich verkürze - gute Lehrerinnen und Lehrer guten Unterricht machen können sollten. Genauso ist "längeres gemeinsames Lernen" noch keine Garantie, dass Lernen dann unter guten Bedingungen stattfinden kann. Aber m. E. sicher ist, dass unsere Schulstruktur aus einer Zeit stammt, in der "Züge" als moderne und für alles als das beste Transportmittel schienen. Das sehen wir heute nicht mehr so: Wir wissen doch heute, dass "nicht-schienengebundene" Transportmittel bessere Chancen für individuelle Transporte bereitstellen. Wer trotzdem lieber im "Zug" fahren möchte, sollte so fahren können. Es gibt Bedingungen, unter denen Züge direkt optimal sind; aber wir spüren beim Nachdenken über dieses Bild schnell, dass sie nur dann optimal sind, wenn möglichst viele eine lange Strecke zu einem gemeinsamen Ziel fahren wollen. Sobald jemand aus irgendeinem Grund sein Fahrtziel ändern muss oder will, wird der Zug zu einer Fessel. Unsere traditionelle Schulstruktur zwingt die Kinder in Züge ... Aber vielleicht kann die Politik Bedingungen schaffen, die beste Lösungen vor Ort ermöglichen. Ich wiederhole mich: Schulstruktur macht keine gute Schulen, Schulstrukturkämpfe gab es inzwischen genug; gebracht haben sie nichts, nur viel "gekostet".

von Dietlinde Schrey-Dern, am 28.07.2010, 09:07

Wenn das ganze Geld, das die Landesregierungen in Projekte und Projekt'chen zur Pflege der eigenen Ideologie stecken, tatsächlich für die Bildung vor Ort ausgegeben würde, wäre die "Kuh längst vom Eis". Aber darum geht es eben nicht. Der Bildungsförderalismus gehört in die Mottenkiste der Geschichte, seit Jahrzehnten pflegen mit seiner Hilfe Politiker ihre Profilneurose. Eine fachlich begründete Bildungsreform, die bundesweit Geltung hat, bleibt da auf der Strecke.

von Edith Aufdembrinke, DAGO Kinderlobby e.V., am 28.07.2010, 12:38

Spätestes dann, wenn man wochenlang, z.T. tagtäglich, auf der Straße gestanden hat, um für die Primarschule und die Teilnahme am Volksentscheid zu werben, wird einem klar, wie unsinnig die Auflösung von Klassenverbänden nach der Grundschule ist, denn dies ist ein genereller Schnitt quer durch das Leben der Kinder. Sie verlieren Freunde, eine gewohnte Umgebung und müssen sich fortan mit gänzlich anderen Lernformen (Fachunterricht = Pauken) auseinandersetzen. Bildlich gesprochen könnte man das Ganze als tiefen, breiten Graben vorstellen, über den die Kinder springen müssen - ohne genau zu wissen, was sie auf der anderen Seite genau erwartet. Einigen Kindern fällt der Sprung leicht, viele haben Angst davor. Wiederum andere beginnen schon Jahre zuvor, (auf Druck der Eltern) für diesen Sprung zu trainieren und müssen ihre Kindheit so schon noch früher preisgeben. Das Ergebnis zeigt sich an der stetigen Zunahme psychischer Probleme junger Menschen, immer mehr Lernverweigerern und der Preisgabe individueller Interessen und Talente.

Das Hamburger Primarschul-Modell hätte anstelle dieses Grabens endlich eine Bücke gebaut; hätte auf allen Ebenen frühzeitige Verbindungen zu den weiterführenden Schulen geschaffen und so alle Kinder länger Kind sein lassen und ihnen viele Ängste und Erniedrigungen erspart. Aber leider hat ein fragwürdiges Elternwahlrecht hierzulande immer noch eine höhere Priorität als das Wohl der Kinder. Wie denn auch, wenn unsere Politik - egal ob auf Bundes- oder Landesebenen - es innerhalb von inzwischen 18 Jahren noch immer nicht geschafft hat, die 1992 in Kraft getretenen Kinderrechte (UN-Kinderrechtskonvention) in den Alltag zu implimentieren und ins Bewußtsein der Bevölkerung zu bringen.

Es war seinerzeit die Familienministerin Angela Merkel, die diese Rechtsgrundlage in die Schublade packte. Aber auch keiner ihrer NachfolgerInnen hat dieses Papier je hervorgeholt. Auf Landesebenen gilt im wesentlichen das Gleiche. So gibt es in Hamburg zwar 23 Seniorenbeauftrage, aber bis heute nicht eine(n) einzigen für Kinder.

Der Volksentscheid in Hamburg ging im übrigen auch verloren, weil die Initiativen und Menschen, die sich FÜR die Primarschule engagierten, zu sehr in das Spektrum der Parteien eingebunden wurden und somit zu wenig als - den Gegnern gleichwertige - Volksiniative erkennbar waren.

von Almut Rosebrock, am 02.08.2010, 10:46

In einer Ski-, Sprach- oder Tennisschule wird selbstverständlich nach Leistung und Vorkenntnis getrennt und gearbeitet. Unsere Kinder sollen in "bunter Mischung" optimal "individuell gefördert" werden, über Jahre hinweg? Das funktioniert einfach nicht!

Mein Sohn hat durch den Wechsel aufs Gymnasium zur 5. Klasse (NRW) im vergangenen Jahr einen riesigen Sprung in puncto Selbständigkeit, Leistungsmotivation, usw. gemacht. Auch seinen Freunden geht es so. Die Herausforderung muss angenommen werden, es geht allen Kindern so - und sie reifen daran, wenn sie gut begleitet sind!

4 Jahre Grundschule sind gut - und dann sind Kinder fit für andere Erfahrungen, eine Aufweitung ihres Horizonts.

Ich halte dagegen die Fixierung auf das Gymnsium und das Abitur möglichst für alle für daneben! Denn ein glückliches Leben hängt absolut nicht von Schulabschluss ab! Dafür sollte die Politik auch arbeiten.


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