Mediadaten | Impressum | Feedback | RSS | Mobil | Newsletter
Letzte Änderung: 07.02.2012, 18:20
  • Delicious_bw
  • Studivz_bw
  • Facebook_bw
  • Twitter_bw
  • Drucken_bw
  • Email_go_bw
Artikel | Bilder
Bremen

Bremen setzt beharrlich Schulreform um – Ziel Inklusion

Mehr zu: Bremen, Förderschule, Gymnasium, Inklusion, Oberschule, Schulentwicklung, Schule
09.08.2010 -

(dpa) – Zankapfel Schulpolitik: In Hamburg pfeifen die Bürger per Volksentscheid die reformwillige Politik zurück. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen streiten die politischen Lager lauthals über das Bildungswohl der Kinder. Doch es geht auch anders: Das kleine Land Bremen setzt seinen neuen Weg schrittweise, aber beharrlich um. Mit dem am 5. August begonnenen neuen Schuljahr lernen behinderte und nichtbehinderte Kinder erstmals gemeinsam im Klassenzimmer. So will es jetzt das Gesetz.

Bild: bikl.de

Die Bremer haben mit den Stimmen der rot-grünen Regierung und der größten Oppositionspartei CDU bereits im Juni 2009 eine neue Schulordnung verabschiedet. Seit Beginn des vergangenen Schuljahres wird an der Umsetzung gearbeitet. 2011 muss diese abgeschlossen sein. Das neue System soll im Kern in den kommenden Jahren nicht angetastet werden. Im soeben begonnenen Schuljahr geht Bremen einen weiteren Schritt. Als erstes Bundesland schrieb sich der Zwei-Städte-Staat auch die sogenannte Inklusion, das Recht auf ein gemeinsames Lernen behinderter und nichtbehinderter Kinder, ins Gesetzbuch.

"Bremische Schulen haben den Auftrag, sich zu inklusiven Schulen zu entwickeln", heißt es dort. "Sie sollen im Rahmen ihres Erziehungs- und Bildungsauftrages die Inklusion aller Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Staatsbürgerschaft, Religion oder einer Beeinträchtigung in das gesellschaftliche Leben und die schulische Gemeinschaft befördern und Ausgrenzungen einzelner vermeiden." Damit setzt Bremen als erstes Bundesland die UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen rechtlich fest.

Seit dem 5. August beteiligen sich sechs Oberschulen, an denen alle Abschlüsse gemacht werden können, an dem Pilotprojekt. "Die Eltern haben kräftig von ihren Wahlrecht Gebrauch gemacht", beschreibt Schulsenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) die Resonanz gleich zum Start. In Inklusionsklassen von insgesamt maximal 22 Schülern sollen jeweils bis zu fünf mit besonderem Förderbedarf sein. Dafür steht eine Sonderpädagogin den Lehrern zur Seite.

Wenn die gesamte Schulreform in Bremen vollständig umgesetzt ist, wird es nach vier Jahren Grundschule die Möglichkeit geben, aufs Gymnasium oder die Oberschule zu gehen. An den künftig 24 Oberschulen werden alle Abschlüsse bis zum Abitur nach 13 Jahren angeboten. An den Gymnasien dauert der Weg zum Abitur nur 12 Jahre. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Reform im Grundsatz, sieht jedoch auch Kritisches. Viel zu flott gehen ihr die Umwälzungen. Zudem hätten die Gymnasien abgeschafft und in da s System integriert werden sollen. Harry Eisenach von der GEW blickt zudem mit Sorge auf die Bürgerschaftswahl im Mai 2011: "Entscheidend wird sein, was kommt nach den Bürgerschaftswahlen."

Oliver Pietschmann (dpa-Dossier Bildung Forschung 32/09.08.2010)


© 2009 dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.
Der Inhalt dieses Beitrags ist urheber- und leistungsschutzrechtlich geschützt. Jegliche Nutzung von Inhalten, außer zum persönlichen Gebrauch, ist ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der dpa unzulässig. Dies gilt insbesondere für ganze oder teilweise Veröffentlichung, Vervielfältigung, Weitergabe, Bearbeitung oder Einspeisung in elektronische Systeme (z.B. Unternehmensnetze oder Datenbanken). Derartige Verwendungen sind ohne gesonderte vertragliche Vereinbarung unzulässig und verstoßen gegen geltendes Recht.
Alle Rechte bleiben vorbehalten.

0 Kommentare (es gelten unsere Kommentarregeln)

Hinweis
  • Ein Enter führt zu Zeilenumbruch.
  • Hyperlinks bitte grundsätzlich mit "http://" beginnen (also z.B. http://bildungsklick.de/).
  • Kein HTML unterstützt.

Ihr Kommentar:

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht):
Durch die Eintragung Ihrer E-Mail erkennen Sie die Kommentarregeln an.

Dd6e5b399e9009b47e8268708338b013460b898e
Bitte den Text aus dem Bild eingeben:


MELDUNGEN AUS DEN RESSORTS

Schule

Lehrer brauchen Zeitmanagement

07.02.2012. (red) Lehrer haben einen klar strukturierten Arbeitsalltag: 45-Minuten-Rhythmus, 5-Tage-Woche und außerdem verordnete Ferienzeiten. Sie brauchen also - anders etwa als Freiberufler oder Selbstständige - kein Zeitmanagement. Stimmt nicht, sagt die Anti-Stress-Trainerin Dr. Dagmar Rohnstock. Im ...

Kindergarten / Vorschule

EU-Kommission rügt deutsches Betreuungsgeld

03.02.2012. (dpa) – Die EU-Kommission rügt die deutschen Pläne zur Einführung eines Betreuungsgeldes. "Die EU-Kommission ist überrascht zu erfahren, dass es Ideen gibt, Frauen zu ermutigen, zu Hause zu bleiben", sagte die Sprecherin von EU-Sozialkommissar Laszlo Andor am 1. Februar in Brüssel. "Es gibt ...

Sonderthemen

Schulen sollen Lernzentren für alle werden

03.02.2012. (red/ots) - Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung (CDU), will angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland die Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Ältere verbessern und mehr Forschung in der Altersmedizin ermöglichen. "Nur etwa ein Drittel der über ...
in

Elementarbereich NRW | Medienschau Bildung

NEU bei didacta-bildungsklick.tv: CookUOS 2011/12

ANZEIGEN

Society in Science unterstützt postdoc Studenten überall auf der Welt. Unser Ziel ist Förderung der Forscher/innen.
ANZEIGE
Aktuelle Kommentare
Ein Tag Ein Preis Ein Deal. Marken-Schulranzen bis zu unglaublichen 80% reduziert. Scout, McNeill, Espri... und vieles mehr.
ANZEIGE
Unser Partner in Österreich
Bildungaktuell
Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung