DGB gibt kurzen Ausbildungsberufen schlechtes Zeugnis
Mehr zu: Berufsberatung, Berufsorientierung, Berufsschule, Duale Ausbildung, Zeugnis, Berufliche Bildung(dpa) Kurze zweijährige Ausbildungsberufe sind nach Auffassung des DGB für benachteiligte Jugendliche keine Alternative. Sie erwürben weder hinreichende Kompetenzen noch erhielten sie besondere Förderung, heißt es in einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu solchen Ausbildungsberufen. Auch fänden zweijährige Berufe in vielen Branchen kaum Anklang. In der Regel dauert eine duale Berufsausbildung in Deutschland 3 oder 3,5 Jahre.
Zurzeit gibt es 40 zweijährige Ausbildungsberufe, darunter zwei mit nur 1,5-jähriger Dauer. Bei 23 Berufen besteht die Möglichkeit der Anrechnung, wenn die Ausbildung fortgesetzt wird. Zwischen 2004 und 2009 hat sich die Zahl der "Zweijährigen" um zehn erhöht. Davon habe man sich größere Ausbildungs- und Beschäftigungschancen erhofft, so der DGB. Diese Ziele haben sich der DGB-Expertise zufolge aber kaum erfüllt. "In den zehn zusätzlich seit 2004 geschaffenen zweijährigen Berufen begannen 2009 lediglich 6088 Auszubildende ihre Einfachausbildung", heißt es.
Eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung habe dagegen 2003 erwartet, dass jährlich bis zu 22 000 zusätzliche Lehrstellen geschaffen werden könnten.
Insgesamt ist die Zahl der neu abgeschlossenen zweijährigen Ausbildungsverträge jeweils zum 30. September zwischen 2005 und 2009 deutlich gestiegen – und zwar von rund 39 750 auf über 52 000. Ihr Anteil an allen Berufen stieg parallel von 7,2, auf 9,2 Prozent an. Über die Hälfte der zweijährigen Ausbildungsverträge wurde 2009 allein im Beruf Verkäufer/in (26 479) abgeschlossen. Mit großem Abstand folgen die Berufe Fachlagerist/in (6069), Fachkraft im Gastgewerbe (3856) oder Maschinen- und Anlagenführer/in (2812). Zweijährige Berufe sind dem DGB zufolge auch nicht krisenfest. Das zeige der Rückgang um 20 Prozent (-1081) der abgeschlossenen Ausbildungsverträge bei Maschinen- und Anlagenführer/innen. "Dieser Beruf wurde vom Bundeswirtschaftsministerium oft als besonders wichtiger Kern-, bzw. Einstiegsberuf bezeichnet."
Der DGB weist darauf hin, dass laut Berufsbildungsbericht die jungen Menschen in einer zweijährigen Ausbildung oft im Rahmen der außerbetrieblichen Ausbildung qualifiziert würden. Allein in den neuen Ländern seien im Vorjahr 53,6 Prozent dieser Ausbildungsverträge überwiegend öffentlich finanziert worden.
Dabei müssten gerade Jugendliche mit Förderbedarf im dualen System, in der Wirklichkeit eines Betriebes mit realen Kunden lernen. Die Unternehmen müssten sich – auch wegen der rückgehenden Schülerzahlen – diesen Jugendlichen öffnen und ihnen Chancen in der normalen Berufsausbildung geben, fordert der DGB. Zudem müssten diese Jugendlichen eher länger als kürzer lernen. So durchliefen solche Jugendlichen in der Schweiz eine bis zu vierjährige Ausbildung. "Zweijährige Abschlüsse haben wegen des niedrigeren Ausbildungsniveaus und der geringen Ausbildungsbreite deutlich ungünstigere Verwertungschancen auf den Arbeitsmärkten. In der Regel gestaltet sich auch die Einkommenssituation nach der Ausbildung eher schwierig", bilanzieren die Autoren.
Ursula Mommsen-Henneberger (dpa-Dossier Bildung Forschung 33/16.08.2010)
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Eine aktuelle Studie des BMWi kommt zum genau gegenteiligen Ergebnis:
bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publika
tionen,did=348968.html
Die Auszubildenden sind zufrieden, die Betriebe äußern sich positiv. Die Zweijährigen bieten bisher ausgegrenzten Jugendlichen eine gute Chance, auf einen Einstieg in Beschäftigung. Warum grenzt der DGB durch stures Beharren auf einer 3- bis 3,5-jährigen Ausbildung bewusst Jugendliche aus, für die diese Trauben im Moment zu hoch hängen? Bedenke: Nur ein Beschäftigter ist auch ein potenzieller Gewerkschafter mit spürbaren Gewerkschaftsbeiträgen.
vor allem ist es für alleinerziehende Mütter ohne Berufsausbildung eine Chance in kurzer Zeit eine BA zu machen. 3 oder 3,5 Jahre sind meist nicht planbar. 2 Jahre aber schon eher.
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