Koch: Eltern für Schulerfolg verantwortlich
"Schulfrühstück ist nicht Aufgabe des Staates"
Mehr zu: Bildungsausgaben, Bildungschancen, Bildungsgerechtigkeit, Gemeinschaftsschule, Gymnasium, Hessen, Migration, Oberschule, Schulstruktur, Sprachförderung, Schule(dpa) – Nach Ansicht des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) müssen Eltern mehr für den Schulerfolg ihrer Kinder tun. Nicht alles könne der Staat regeln. "Die meisten Eltern kümmern sich sehr um ihre Kinder. Aber es gibt eine Minderheit, mit der wir ringen müssen, dass sie ihre Kinder so erziehen, damit sie in der Schule eine Chance haben", sagte Koch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Die Schulen in Hessen seien in elf Jahren seiner Amtszeit besser geworden, allerdings nicht so schnell wie erhofft, sagte der scheidende Regierungschef.
Zu den selbstverständlichen Aufgaben der Eltern rechnet Koch das Vorlesen und die Sprachförderung. "Es sollte selbstverständlich sein, dass Kinder, deren Wurzeln in anderen Ländern liegen, deren Eltern aber schon in Deutschland geboren wurden, sich fließend auf Deutsch unterhalten können,wenn sie in die erste Klasse kommen." Derzeit müsse das Land noch Vorlaufkurse für tausende Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse anbieten.
"In der Schule ist aus meiner Sicht auch kein organisiertes Frühstück notwendig", sagte Koch. "Es kann von Eltern erwartet werden, dass sie morgens mit ihren Kindern aufstehen und ihnen ein Brot schmieren. Das ist nicht Aufgabe des Staates."
Die bildungspolitische Debatte der letzten Jahre habe Landesregierungen überall zu großen Anstrengungen veranlasst, sagte Koch. Im Ländervergleich habe Hessen aufgeholt. "Wir sind heute im Mittelfeld, nur zumeist auf den hinteren Plätzen." Er habe die Vielfältigkeit des hessischen Schulsystems bewusst erhalten, was auch ein Streitpunkt mit der SPD gewesen sei. "Die wollten die Gymnasien plattmachen, ich wollte aber nie die Gesamtschulen plattmachen."
Allerdings habe sich die Bildungsdiskussion der vergangenen Jahre sehr auf die Gymnasien konzentriert. "Man muss sich umso mehr darum kümmern,was mit denen wird, die nicht aufs Gymnasium gehen", sagte Koch. Die Leistungen der Haupt- und Realschüler seien nicht weniger wert und genauso wichtig für die Gesellschaft. Mit den Schub-Klassen, die einen hohen Praxisanteil haben, und der neuen Mittelstufenschule wolle die Landesregierung gerade diesen Schülern bessere Chancen verschaffen.
Koch gibt am 31. August sein Amt ab. Nachfolger soll der bisherige Innenminister Volker Bouffier (CDU) werden. Beide hätten schon bislang eine gemeinsame politische Vision für Hessen, deshalb werde er keine Ratschläge geben. Koch verwahrte sich gegen Vorwürfe, zu seinen Zeiten sei in Hessen nicht gespart worden. Er verwies auf die Sparaktion "Operation Sichere Zukunft" im Haushalt 2004. "Für die Kürzungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld unserer Mitarbeiter bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeit haben wir einen ziemlich hohen politischen Preis gezahlt", sagte er. "Aber Hessen profitiert davon bis heute."
Gespräch: Friedemann Kohler, dpa
CDU-Fraktionschefs: Mehr konservatives Profil
Die CDU-Fraktionsvorsitzenden aus Hessen und Thüringen, Christean Wagner und Mike Mohring möchten den konservativen Flügel der Union wieder stärken. Bei einem gemeinsamen Treffen in Erfurt forderte Mohring am 26. August auch ein klareres Profil in der Bildungspolitik. Die Union müsse der von den Sozialdemokraten favorisierten Gemeinschaftsschule ein Modell entgegensetzen. "Das kann die Oberschule sein, auch wenn jeder etwas anderes darunter versteht", sagte er. Der Begriff mache jedoch deutlich, dass die CDU für die Zwei- und Dreigliedrigkeit des Schulsystems stehe und die Trennung der Schüler nach der vierten Klasse für vernünftig halte.
(dpa-Dossier Bildung Forschung 35/30.08.2010)
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Solange die Kinder nicht von der Schule so angenommen werden, wie sie sind, solange wird sich nichtsverbessern. Was können Kinder dafür, dass sie zuhause kein Frühstück bekommen. Deren Eltern baben soziales Verhalten nicht gelernt. So sollte man mal den Knoten durchschlagen und mit einem Schulfrühstück für diese Generation etwas soziales anlegen. Schule sollte nicht selektieren, sondern den Anspruch haben alles zu tun, um gerade die Schwächsten soweit zu bringen wie möglich. Das können andere Staaten besser. Förderung statt Auslese ist die Aufgabe.
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