(red/pm) Eine Sitzplatzgarantie für Schulkinder in Schulbussen ähnlich wie in den USA hat jetzt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gefordert. Grund: Stehende Kinder sind bei Unfällen in Bussen besonders gefährdet, sich zu verletzen.
In den USA darf ein Fahrer nicht starten, wenn ein Kind noch steht. In einigen Staaten besteht sogar Anschnallpflicht. "Jedes Kind sollte einen Anspruch auf einen Sitzplatz haben – nach Möglichkeit mit Gurt. Die Sicherheit der Kinder hat oberste Priorität, nicht nur im eigenen PKW, auch im Schulbus", fordert Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Wenn Kinder im Gang stehen und der Bus abrupt bremsen muss, treten mitunter Fliehkräfte auf, die Kinder, wenn sie sich nicht richtig festhalten können, nicht mehr abfangen können. So geschehen schnell Stürze mit gefährlichen Verletzungen.
Laut der "Initiative Sicherer Schulbus" ist in den USA das Risiko, im Schulbus zu verunglücken, viermal geringer als in Deutschland. Erst im Mai hatte ein ADAC-Test schlechte Noten für Schulbusse vergeben. Für besonders bedenklich hielten die Prüfer, dass viele Busfahrer die Höchstgeschwindigkeiten überschritten. Kritisiert wurden außerdem die überfüllten Busse und unsichere Haltestellen. "Auch wenn die Gefahr für tödliche Verletzungen beim Überqueren der Fahrbahn nach oder vor der Benutzung des Schulbusses am höchsten ist, ereignen sich die meisten Unfälle während des Aufenthalts im Bus", warnt Dr. Hartmann.
Laut einer Veröffentlichung der Weltgesundheitsorganisation haben vor allem Grundschulkinder Schwierigkeiten, sich im Bus ruhig zu verhalten. Insbesondere beim Nachhauseweg nach einem anstrengenden Schultag lassen sich Schüler gern zu Raufereien und Rangeleien verleiten. Eine Sitz- und Anschnallpflicht sowie eine Busbegleitung, so der Berufsverband, könnte diese gefährlichen Zwischenfälle, die zu Unfällen führen und den Busfahrer ablenken könnten, minimieren.
Tolle Forderung! Realisierung durch politische Entscheidung der herrschenden Elite nicht zu erwarten.
Vor fast 50 Jahren beförderten die amerikanische Besatzung in Deutschland die Kinder ihrer hier stationierten Soldaten in speziellen Armeebussen zur Schule. Jedes Kind hatte dort einen Sitzplatz! Fehlte ein Sitzplatz fuhr ein weiterer Bus hinterher. Deutsche Kinder mit gleichem Weg zur Schule wurden wie Sardinen in Bus oder Strassenbahn befördert. Sitzplätze, so sie einen ergatert hatten mussten sie frei machen für Erwachsene. Ach aj, die US-Busse führen oft nur mit wenigen Kindern in die Schulen, sie durften aber keine deutschen Kinder mitnehmen.
Das Thema "überfüllte Schulbusse" wird morgen Abend, 8.11.2010 um 21.00 Uhr in der Sendung MARKT des WDR-Fernsehens thematisiert. Wer interessiert ist, sollte die Sendung nicht verpassen.
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