Mechatroniker auf dem Weg zur Weltmeisterschaft
didacta 2011 Themendienst: Nationaler Ausscheidungskampf auf der didacta 2011 in Stuttgart
Mehr zu: didacta - die Bildungsmesse, Duale Ausbildung, Wettbewerbe, Berufliche Bildung(red) Weltmeisterschaftsfeeling beim Löten, Kochen, Mauern, Malen oder Programmieren - ein eher ungewöhnliches Szenario. Doch alle zwei Jahre stellen sich rund 1000 Auszubildende aus knapp 45 Ausbildungsdisziplinen einer spannenden internationalen Ausscheidung. Die nächste Weltmeisterschaft findet im Oktober 2011 in London statt. Die Teilnehmer werden zuvor in nationalen Ausscheidungskämpfen ermittelt. Welches Mechatronikerteam nach Großbritannien reisen darf, wird während der didacta 2011 in Stuttgart entschieden.
Drei Messetage lang - vom 23. bis 25. Februar - werden acht Mechatronikerteams gegeneinander antreten. Zum Schluss winkt dann einem Team die Reise nach London zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Unter den Augen der Messebesucher müssen die Auszubildenden beweisen, dass sie ihr Handwerk beherrschen. Es gilt, eine Produktionsanlage aufzubauen, die den aktuellen Industriestandards entspricht, sie anschließend zu warten und auch zu reparieren.
Das gestaltet sich am ersten Tag noch vergleichsweise moderat. Drei Stunden haben die angehenden Mechatroniker Zeit, um einen bestimmten Teil einer Anlage aufzubauen, deren Konstruktion ihnen bereits bekannt ist. "Sie bekommen Baugruppen aus einer mechatronischen Station, die sie dann mechanisch, elektrisch und pneumatisch zusammenbauen und anschließen programmieren müssen", beschreibt der Juryvorsitzende Michael Linn von der Festo Didactic GmbH & Co. KG den Einstiegstag. Die Firma unterstützt bereits seit Jahren den nationalen Wettbewerb, die Worldskills Germany und den internationalen Wettbewerb, die Worldskills International.
Diese Vielfalt der Tätigkeiten entspricht exakt dem Berufsbild des Mechatronikers. Der noch junge Beruf – erst seit 1998 gibt es diese Ausbildung - vereint mechanische, elektrische und elektronische Komponenten. Mechatroniker montieren komplexe Systeme, installieren Steuerungssoftware und halten die Systeme instand. "Später werden sie häufig als Leiter in Teams eingesetzt, in denen dann die einzelnen Professionen wie Mechaniker oder IT-Spezialisten zusammenarbeiten", erklärt Linn.
Am zweiten und dritten Wettbewerbstag steigen die Anforderungen für die Teilnehmer in Stuttgart. Dann geht es auch um Geschwindigkeit, eine weitere - den Auszubildenden unbekannte - Anlage muss zusammengebaut und mit der ursprünglichen Anlage verbunden werden. Außerdem gilt es, Reparaturen zügig und professionell durchzuführen, damit möglichst wenig Produktionszeit verloren geht. "Und schließlich", so Michael Linn, " geht es noch um Optimierung. Etwa darum, die schnellste Produktionsanlage zu bauen, oder die sicherste oder aber die, die am wenigsten Energie verbraucht."
Die nationalen Ausscheidungen fanden in den vergangenen Jahren auf der didacta oder der Hannover Messe statt und nicht selten fieberten während des Wettbewerbs auch Eltern oder Freunde mit - zumindest dann, wenn die Messen in vertretbarer Ferne lagen. Doch nicht nur sie, auch alle anderen Messebesucher können den spannenden Wettkampf in Halle 7 beobachten und auch an der feierlichen Siegerehrung am 25. Februar teilnehmen. "Der Wettbewerb hat sich als wahrer Zuschauermagnet herausgestellt", erklärt Linn. Für eine bestimmte Zielgruppe sei er aber besonders interessant: Schüler, die noch vor der Ausbildungsentscheidung stehen: "Sie können hier live erleben, was den Beruf des Mechatronikers ausmacht. Und das ist viel aussagekräftiger als jede Beratungsbroschüre."
Dazu auf der didacta 2011
22. bis 26. Februar 2011 (Sonderschau) / 23. bis 25. Februar 2011 (Wettbewerb) Der Mechatroniker im Wettbewerb - nationaler Ausscheidungswettbewerb im Rahmen der didacta 2011 für die die Worldskills in London Halle 7, Stand A21
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