(red)134 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Resolution zur Inklusion unterzeichnet. Sie fordern unter anderem ein hochwertiges Inklusives Erziehungs- und Bildungssystem im Sinne der UN-Menschenrechtskonvention.
Verabschiedet wurde die Resolution auf der 25. Jahrestagung der Integrations-/Inklusionsforscher in Bremen. "Wir freuen uns, dass durch das Gesetz zur Übernahme der UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen eine wohnortnahe Bildung für alle zu einem Recht geworden ist - auch für behinderte Kinder und Jugendliche.
Das ist ein klarer Auftrag", heißt es in dem Papier. Allerdings sehen die Teilnehmer mit großer Sorge die Entwicklungen bei der Umsetzung der UN-Konvention in Bund und Ländern. Sie kritisieren, dass die Intention und der Rechtsanspruch der UN-Konvention unterlaufen werden. Damit einher gingen eine Entwertung und eine Verwässerung des Inklusionsbegriffs.
"Das mehrgliedrige Bildungssystem", so die Resolution, "ist zutiefst ungerecht, sozial selektiv, und es verhindert die Anerkennung individueller Leistungen. Es ist mit Artikel 24 der UN-Konvention nicht vereinbar. Um Bildungsgerechtigkeit im Sinne der UN- Konvention herzustellen, ist ein Systemwechsel unerlässlich. Das heißt: Im Sinne der UN-Menschenrechtskonvention muss ein hochwertiges Inklusives Erziehungs- und Bildungssystem entstehen."
Das Konzept "Eine Schule für alle" soll demnach über die Weiterentwicklung der Schulformen realisiert werden, die bereits in Richtung eines inklusiven Schulsystems orientiert sind: die Grundschulen und die Integrierten Gesamtschulen. In regionale Schulentwicklungskonzepte sollen die bestehenden Gymnasien und Sonderschulen einbezogen werden mit dem Ziel, eine inklusive Schule für alle in der Region zu schaffen.