"Inklusion ist gut erprobt"
Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention legt Eckpunkte für ein inklusives Bildungssystem vor
Mehr zu: Inklusion, Schule(red/ots) - Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention hat die aktuellen Papiere der Kultusministerkonferenz (KMK) zur inklusiven Bildung kritisiert. "Die Papiere spiegeln die verbindliche Richtungsentscheidung der UN-Behindertenrechtskonvention für ein inklusives Bildungssystem nicht wider", erklärte Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, anlässlich der Veröffentlichung der "Eckpunkte der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention zur Verwirklichung eines inklusiven Bildungssystems".
Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden. An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar, so der Menschenrechtsexperte. Mit ihren Papieren billige die KMK einzelnen Bundesländern den Raum zu, existierende Sonderschulen unhinterfragt weiterzuführen oder ihr bestehendes Sonderschulwesen sogar weiter auszubauen.
"In allen Bundesländern sind im schulischen Bereich enorme strukturelle Anstrengungen auf allen Handlungsebenen wie beispielsweise Recht, Schulorganisation, Aus- und Fortbildung, Ressourcenverteilung erforderlich, um das Recht auf inklusive Bildung mittel- und langfristig erfolgreich umzusetzen", erklärte Aichele. Die Bundesländer seien zudem in der Pflicht, bereits kurzfristig, spätestens ab dem Schuljahr 2011/2012, das individuelle Recht auf einen diskriminierungsfreien Zugang zu einem sinnvollen wohnortnahen Bildungsangebot an einer Regelschule praktisch einzulösen.
Der Leiter der Monitoring-Stelle beklagte, dass die guten Erfahrungen mit gemeinsamem Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern in Deutschland zu wenig bekannt seien und die positiven Beispiele aus anderen Staaten zu wenig zur Kenntnis genommen würden. "Die Konvention ist nicht weltfremd, sondern Inklusion baut auf langjährigen Erfahrungen auf und ist - anders als meist vermutet - gut erprobt", so Aichele.
Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention, eingerichtet im unabhängigen Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin, hat gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention den Auftrag, die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Sinne der Konvention zu fördern und zu schützen sowie die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland konstruktiv wie kritisch zu begleiten.
Besonders der Ausbau mit über 13 Mio Euro für die Sprachschule in Bornheim passt ganz und gar nicht zur Inklusion. Wieviele Lehrerstellen könnte man damit wohl schaffen????
Der Aufbau eines Sonderschulsystems, in dem es für jede Behinderung eine spezifische Schulart gibt, ist eine vorbildliche Leistung. Ganz differenziert können die Kinder lernen mit speziell ausgebildeten Lehrern. Das ist keine Diskriminierung, sondern eine bevorzugte Behandlung. Behinderte Kinder, die in einer allgemeinbildenden Schule unterrichtet würden, wären dagegen innerhalb kürzester Zeit diskriminiert.
Integration geistig behinderter Kinder hat doch schon nur halbherzig funktioniert - nach der Primarzeit war meist Schluß.Obwohl Sonderpoädagogen oder Unterrichtshelfer in den Klassen waren, führte es doch zur Ausgrenzung innerhalb der Klassen. Natürlich sind die Erfahrungen im Bereich des sozialen Lernens für alle von Vorteil. Aber die Interessenslagen und Bedürfnisse
doch sehr unterschiedlich. Wie soll das bei Inklusion geschafft werden? Wer soll sich anpassen?
Wie schafft man diesen Spagat?
@Engel
Deutschland differenziert überall sein Bildungswesen weiter aus - FOS, BOS, Förderschule Lernen, Hören, Sehen, Werkrealschule, Mittelschule, Hauptschule, M-Klassen, Prakitker-Klassen, mal Ausbildung mit und mal ohne Abitur........kein Kind steigt mehr durch.
überall wird es für Kinder immer komplizierter!
die Kinder müssen sich nachher im realen Leben zurecht finden. Ein Blinder wird nie nur unter Blinden sein, ein Gehörloser nie nur unter Gehörlosen im Ideallfall, ein "Lernbehinderter" muss ebenfalls im realen Leben zurecht kommen, dort einen Arbeitsplatz finden und dort sollte er möglichst in der Lage sein, nicht als ein solcher aufzufallen.
wir nehmen diesen Kindern die Möglichkeit, sich auf das echte Leben adäquat vorzubereiten und wir engen damit ihren Horizont ein und halten ihnen den Zugang zur Welt da draußen schlimmstenfalls vor. Sie sollen sich aber darin nachher zurecht finden, denn die gehören dazu, oder wollen wir sie danach auch nur in Behindertenwerkstätten lassen? Anscheinend will niemand diese Kinder, aus den Augen, aus dem Sinn -- selbst Politiker reden ja oft nur vom dreigliedrigen Schulsystem.
solche Kinder will in Deutschland niemand haben - der Deutsche will nur die Hocbegabten und die Gymnasiasten - auch die Hauptschüler nicht - die sollen auch möglichst unter sich bleiben.
was ist das für eine Einstellung? Das sind alles die Kinder der Deutschen. Für dieses dumme Volk können die armen Kinder wahrlich nichts.
wieviele Behinderungen und Krankheiten gibt es denn? Wollen sie für all diese eine Extra-Schule schaffen? Wann gibt es die ADHS-Sonderschulen? Wann die für Asperger? Können wir es gesunden Kindern zumuten das Leid eines krebskranken Kindes zu sehen? Und wieso werden depressive Kinder teilweise auf eine Sonderschule verfrachtet, sind doch normalbegabt?
Wär es dann nicht sinnvoller auch Extra-Scnulen für die türkischen Migrantenkinder einzurichten oder die Russlanddeutschen?? Die haben ja den Sondersprachbedarf Türkisch und Russisch.
und warum wären sie in kürzester Zeit diskriminiert? Vielleicht nur deshalb, weil deutsche "Norm"-Kinder den Umgang mit Behinderten nicht gewohnt sind. Können sie ja auch nicht.
und wo bleibt für viele das vielfältige Fächerangebot, das allen Kindern zugänglich ist, Praktisches gleichgestellt mit theoretischen Fächern bei freier Wahlfreiheit, Förderungszwang statt Durchreichungsmöglichkeit nach unten.
wir differenzieren die ganze Zeit die Schulen immer weiter aus - in Hauptschulen in Bayern und BaWü werden die Hauptschüler noch mals weiter unterteilt, und wenn die einen dann theoretisch kaum mehr was können, dann verlegt man die Berufsbildung in Klasse 5 und das soll denn helfen, diese besser ins reale Leben zu integrieren. Das reale Leben verlangt aber gewisse Basiskompetenzen - und die werden allgemein herangebildet und nicht beruflich. Ein perfekt am PC-tippender Praktikerhauptschüler hat keinen Vorteil davon, wenn er bei jedem Einstellungstest die Fragen aus dem Bereich Allgemeinbildung nicht beantworten kann. Menschen, die nur tippen können braucht heut keiner mehr.Reine Schreibdienste wurden vielfach aufgelöst. Und für den ggf. weiteren Bildungsweg braucht man auch eine Basis, um darauf aufbauen zu können.
der Deutsche erklärt viel mehr Kinder zu "Behinderten" als nötig - man denke nur an die ganzen "Lernbehinderten".Wo wollen wir da die Grenze ziehen? Sie suchen und wollen das Normkind und finden doch nur das nicht genormte Individuum. Das artet doch langsam aus! Erst waren es die "echten Behinderten" und nachher erklärt man lauter normalbegabte Kinder zu "Behinderten" weil sie von der "Norm" abweichen.
www.privates-gymnasium.de/ - wir fördern sie, aber nur wenn sie Geld in die Hand nehmen (privat) oder wenn sie überdurchschnittlich begabt sind und nicht von der "Norm" in einer "homogenen" Gruppe abweichen.
Schule
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